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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 83

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 83)
Language
German
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19 Kampf gegen sie. Hatte er schon früher kein Hehl ans seiner Feindschaft gegen alle gemacht, die auch nur im Gerüche standen, ״Schebsen“ zu sein, hatte er auch z. B. früher schon ernstlich erwogen, ob man nicht eine Thorarolle, die ein des Frankismus Verdächtiger geschrieben hatte, verbrennen solle, so proklamierte er jetzt öffentlich, es sei religiöse Pflicht eines Juden, die Anhänger Sabbatai Zebis und Jakob Franks bis zur Ausrottung1) zu verfolgen. Er hielt mit den Oberjuristen und Thoragelehrten Bat, was man gegen diesen ״verheerenden Aussatz, der immer mehr um sich greife״, tun könne. Er wurde beauftragt, drei Deraschoth zu halten, in denen er die Gemeindemitglieder über die Gefährlichkeit derFrankisten aufklären solle. Die erste Derascha hielt er am 1. der Selichoth-Tage 5559 in der Neuschul, die zweite am 7. Tischri 5560 in der Meiselschul, die dritte am Büsttag des Neumondes Schewat in der Klaussynagoge. Die erste dieser Deraschoth druckte er als 4. Teil des עולת הדש unter dem Titel אהבת דוד. Er geht darin von der Liebhaberei der Sabbatianer und Frankisten aus, durch verschiedene Rechenexempel das Jahr der Erlösung zu bestimmen. Besonders die Jahre 5560 und 5600 gelten ihnen als solche heilbringende. Er warnt jedermann, mit einem der Hinneigung zu Sabbatianern und Frankisten Verdächtigen auch nur zu verkehren. Als untrügliches Kenn- Zeichen für die Zugehörigkeit zu diesen Gruppen gilt es ihm, wenn jemand, der im Talmud nicht gut bewandert ist, sich mit Agyada oder gar mit dem Sobar abgebe. Er erinnert daran, dass der כרוז, die Verkündigung, die das Prager Rabbinat im Jahre 1726 gegen die Anhänger Sabbatais erlassen hat, vor kurzem von ihm und dem Rabbinatskollegium erneuert und in Druck gelegt worden sei. Das Gefährlichste an dem Treiben der Frankisten ist eben, dass sie Heuchler sind, dass sie sich äusserlich in nichts von den Juden unterscheiden, dass sie sich 1) Man darf auf eine Benediktion, die ein Sabbatianer ausspricht, nicht mit Amen antworten. Man darf sich mit einer Familie, die des Sabbatianismus verdächtigt wird, nicht verschwägern, denn diese Leute sind ärger und strenger zu behandeln als die Kuthäer, nachdem die Weisen den Vevkehr mit ihnen verboten (ת״ם ח״א סי׳ חי). Man hüte sich vor neuen, haupt״ sächlich kabbalistischen Gebetformeln, denn da seien oft die Namen £abbatai Zebis und Jakob Franks hineingewebt (׳k ,ת״ם ח״א סי).

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