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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 82

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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18 Seiii ältester Sohn Juda Löb hatte sich 1791 nach Kollin verheiratet und kehrte nach mehrjährigem Aufenthalte von dort nach Prag zurück, sein Sohn Abraham Meir heiratete später. R. Eleasar Fleckeles, der von Natur aus sehr friedfertig war1), hat häufig gezwungen den Fehdehandschuh aufnehmen müssen; nur in einen Kampf zog er mit Lust und glühender Begeisterung, in den Kampf gegen die Frankisten oder, wie sie im Volksmund Messen, die Schebsen. Von Kindheit auf hatte er viel von dem schädlichen Treiben der Frankisten gehört, gab es doch in Prag eine Anzahl von Familien, die der Zugehörigkeit zu den Frankisten bezichtigt wurden. Bei seinem Aufenthalt in Mähren hatte er Gelegenheit, seine Bekanntschaft mit den Frankisten zu erneuern; ja er soll, der Tradition nach, sogar einmal Jakob Frank in Brünn aufgesucht und ihn, freilich ohne Erfolg, gebeten haben, doch mit den abenteuerlichen Beschuldigungen gegen die Juden aufzuhören. Auch Ezechiel Landau hatte Fleckeles viel von dem unheilvollen Wirken der Frankisten erzäMt2). Um das Jahr 1792 waren die Geheimnisse der Prager Frankisten durch einen, den sie für ihre Sache gewinnen wollten, verraten worden, Ezechiel Landau hatte die Frankisten vorrufen lassen und ihnen ernste Vorhaltungen gemacht; die Beschuldigten leugneten jede Zugehörigkeit zu den Frankisten und Ezechiel Landau stellte sich, als glaubte er ihnen. Jedenfalls wussten die Frankisten sich jetzt scharf beobachtet, unterliessen jede Propaganda und hielten sich von allem zurück, weil sie den Zorn und die Strafe Landaus befürchteten. Nach dem Tode Landaus wagten sie sich mit ihren Versuchen, Anhänger zu gewinnen, wieder hervor, und darum begann Eleasar Fleckeles den offenen 1J Vgl. 'ת״ם א' סי' ע, wo er seinen Schwiegersohn Veit Friedländer beschwöit, sich dem wildwogenden Kampf in Kollin, den die Partei des Rabbiners mit der d es gelehrten R. Nissan Schidlof um die Einführung resp. Beibehaltung von המברך את עמו ישי* *אל בשלום oder עושה השלוש führte, fernzuhalten. R. Eleasar Fleckeles will, um es zu keinem Streite kommen zu lassen, wenn er Neila in der Klaus vorbetet, sich bequemen, עושה השלים zu sagen. *) Ezechiel Landau hat die Frankisten unter dem vorgeschriebenen feierlichen Bannzeremoniell in der Nacht des Hoschana Rabba 5519 in den Bann getan (אהבת דוד ד, פ״ג) Ezechiel Landau hat einen des Frankismus Verdächtigen nicht über seinen Ethrog den Segensspruch sprechen lassen V« ,ת״מ ח״א סי)#

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