Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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18 sollten die Scheidungen fortab in einem Zimmer des jüdischen Rathauses vorgenommen ,werden. Im Jahre 1804 richtete Karolus Fischer an die jüdischen Gemeindevorsteher eine ״Note“, deren Inhalt kurz folgender ist: Mehrere Gelehrte haben Fischer die eben gedruckten Statuten der ״Versorgung der israelitischen armen Mädchen“ gegeben, auf denen sich Samuel Landau folgendermassen unterschreibe: שמואל בן הגאון ר״י זציל אב״ד, woraus leicht bei dem Leser die Meinung entstehen könnte, Samuel Landau sei Oberrabbiner; der Gemeindevorstand solle Landau in Zukunft dazu verhalten, dass er זצ״ל nach אב״ד setze, damit solche Missverständnisse vermieden werden. Man wird nicht fehl gehen, in diesem Einschreiten Fischers die Rivalität der Anhänger Fleckeies’ zu erblicken. Im übrigen sind Fleckeies und Landau, wo es sich um die Erfüllung ihrer Berufspflichten handelte, die ganze Zeit über gut ausgekommen, wie aus manchen Stellen in den Schriften Fleckeles’ hervorgeht1); so kämpften sie auch gemeinsam, freilich ohne Erfolg, gegen die Anstellung Peter Beers an der jüdieshen Normalschule in Prag, da sie von ihm mit Recht eine irreligiöse Erziehung der Kinder befürchteten. Rabbi Eleasar Fleckeies hatte trotz der Aufregungen, die ihm das Jahr 1793 brachte, doch noch Zeit gefunden, den dritten Teil des עולת חדש mit dem Untertitel עולת עני zu veröffentlichen. Dieser Band enthält Trauerreden auf die bedeutendsten Männer der Judenheit, die in diesen Jahren gestorben waren; die Glanzpunkte dieser Sammlung bilden unstreitig die Nachrufe für Ezechiel Landau und für des Verfassers Lehrer Moses Rofe. In diesem Bande wich Fleckeles von seiner Gewohnheit ab, rein aggadische Vorträge zu veröffentlichen, indem er aus seinem handschriftlichen Werke עולת עני, Erklärungen schwieriger Stellen aus Maimonides’ Mischne Thora, 70 Stellen einfügt; er tut dies zumeist, weil er den Trauerreden um Gelehrte nach altem Brauche auch eine gelehrte Abhandlung beifügen will. Im Jahre 1795 veröffentlicht er seine Trauerrede auf den grossen Wohll) Vgl. z. B. ת״מ ח״ב סי' דפ״א und ת״ט ח״ג פ*׳ של״ו ,של״ז. In einem Briefe an Karolus Fischer berichtet Eleaser Fleckeles, er habe soeben auch in einer bestimmten Angelegenheit mit Samuel Landau gesprochen, der wegen eines גט מדינה bei ihm war.