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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 78

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 78)
Language
German
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und M. Voges berufen sieh auf ihre Aeusserung vom 30. Mai und halten an dem Vorschläge Samuel Landaus für die vierte Oberjuristenstelle fest, nur Gabriel Schmelkes erklärt, er hätte damals Landau vorgeschlagen, weil kein anderer Bewerber gewesen sei, er erkenne aber die Motive Fleckeles* an und überlasse darum einer hohen Landesstelle die Entscheidung. Am 22. August 1793 entscheidet das Gubernium, Fleckeies soll in die vierte Oberjuristenstelle vorrücken und Landau die fünfte erhalten. Doch damit war die Sache noch nicht erledigt. Die Oberjuristen erheben noch immer Vorstellungen gegen Landau, führen an, dass er eine Schmähschrift verfasst habe und sich eine ehrenrührige Antastung des Fleckeles und Schmelkes habe zuschulden kommen lassen1), hauptsächlich erheben sie Einspruch dagegen, dass Landau *) Die Schmähschrift und die ehrenrührige Antastung Fleckeles* dürften wohl das Zirkulandum sein, das Samuel Landau an sämtliche Thoragelehrten Prags versandte. In Prag hatte Simon Löbl Kuh ein Stiftungs« haus gegründet, dessen Statuten besagten, dass die Gelehrten, die in den Genuss der Stiftung gelangen sollten, vom Oberrabbiner mit Zuziehung der Oberjuristen gewählt werden sollten; ״dieselben dürfen aber keinen Dienst in der Gemeinde haben .... vom kleinsten bis zum grössten, weder Unterjurist noch sonst ein Dienst". Nun waren Michael Bachrach und jakob Ginzburg Oberjuristen und im Genüsse der Kuh'Stiftung. Samuel Landau behauptete, sie hätten als Oberjuristen einen Dienst und bezögen darum unrechtmässig den Stiftungsgenuss. Er hätte sich freilich sagen müssen, dass Michel ßachrach seine Unterjuristenstelle niedergelegt habe, als er die Kuh-Stiftung antrat und dass Ezechiel Landau, der ihn zu dieser Niederlegung veranlasste, ihn dann als Oberjuristen berief, aber Hass macht blind und Samuel Landau bezeichnete die beiden Oberjuristen, die, wie er erwähnt, ihm manches Unrecht angetan, für den Fall, dass sie den Stiftungs׳ genuss behalten, als unglaubwürdig und ungeeignet zum Rechtsprechen. Bei dieser Gelegenheit zieht Samuel Landau auch, ohne ihn zu nennen, weidlich gegen Eleasar Fleckeles los, der die beiden Ober juristen so gegen ihn eingenommen habe. Das dürfte die angebliche Schmähschrift und Antastung sein und erklärt zur Genüge den Groll der Oberjuristen gegen Landau. Das Zirkular Landaus wurde unter dem Titel פלוגתא דשסואל mit einer halbanonymen Entgegnung Baruch jeiteles’ תיובתא ושמואל und einem Schlussworte קברת תאזה, das sich gegen den Meassef richtet, unter dem Titel האורב״", angeblich in Saloniki von einem Manne mit exotisch klingendem Namen gedruckt. Tatsächlich erschien es in Wien und hat B. jeiteles zum Verfasser. Fast alle im האורב erwähnten Büchertitel sind frei erfunden. Das Zirkular Landaus war auch gegen seinen Willen vorher im מאסף abgedruckt worden, wogegen er lebhaft protestierte. Infolge der Angriffe Samuel Landaus legte jakob Ginzburg seine Stelle als Oberjurist nieder.

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