Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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12 sind nicht nach der Zeit ihrer Abhaltung, sondern nach logischen Gesichtspunkten geordnet. Am Ende des Bandes ist ein genaues Verzeichnis aller zitierten Talmud- und Midraschstellen. Der erste Band des עולת חדש fand solchen Anklang, dass sein Verfasser bereits zwei Jahre später den zweiten Band veröffentlichen konnte, der mit den Approbationen der bedeutendsten rabbinischen Autoritäten der Zeit versehen war. Dieser Band, dem am Schlüsse auch eine scharfsinnige talmudischeDissertation angefügt ist, hat wegen seiner Angriffe auf die Uebersetzer der Bibel den Widerspruch David Friedländers erweckt. David Friedländer suchte Rabbi Eleasar Fleckeles und auch R. Ezechiel Landau lächerlich zu machen, indem er die Predigt Eleasar Fleckeles’ und die dem Buche vorangehende Approbation Landaus wort-, ja buchstabengetreu ins Deutsche übersetzte und als Anhang zum Meassef 1788 veröffentlichte. Das Jahr 1793 war für Eleasar Fleckeles von grosser Bedeutung es ist das Todesjahr seines geliebten Lehrers, das ihm auch sonst noch Kummer bringen sollte. Dass sich seine alten Feinde jetzt, wo er seines mächtigen Beschützers beraubt war, mit erneuter Heftigkeit gegen ihn wendeten, sei nur nebenbei erwähnt. Viel wichtiger und einschneidender sind die Streitigkeiten, die sich aus der Frage der Besetzung der Oberrabbinerstelle ergaben. Eleasar Fleckeles gehörte dem Oberjuristenkoliegium bereits zehn Jahre lang an und hatte in der Gemeinde eine grosse Zahl von Freunden und Anhängern; Samuel Landau hatte wohl bis jetzt nicht dem Oberjuristenkollegium angehörenl können, er hatte aber seinen Vater während der letzten Jahre in der Leitung der Jeschiwa vertreten und war durch sein grosses Wissen wohl geeignet, seines Vaters Nachfolger zu werden. Samuel Landau war von Beruf Kaufmann, er ernährte sich vom Juwelenhandel und soll von seltener Herzensgüte gewesen sein, es wird von ihm berichtet, dass er oft alles weggab und dann selbst in Not geriet. Seinem guten Herzen entsprach ,aber sein schroffes Auftreten wenig, das wohl in erster Linie Schuld trug, dass er in den Kreisen der Gemeindegewaltigen nicht viele Freunde besass. Hatte man nach dem. Hinscheiden Ezechiel Landaus einen Oberrabbiner gewählt, so hätte mar nach altem jüdischem Her-