Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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11 R. Eleasar Fleckeles scheint später von diesem Einteilungsplane abgekommen zu sein, als er die Unmöglichkeit einsah, alle seine Deraschoth zu veröffentlichen; wenigstens wird das 1824 er« schienene חזון למועד in keinen Zusammenhang mit dem עולת הדש mehr gebracht, sondern als erster Teil der auf die Festtage bezüglicben Deraschoth, zugleich auch als erster Teil des קוגמדס הדורש bezeichnet und bemerkt, dass es auch in den folgenden Teilen die מילי דפסחא enthalten soll, also etwas» was früher als die dritte Abteilung des עולת חדש bezeichnet war. Als ersten Band des עולת חדש veröffentlicht R. Eleasar im Jahre 1785 den ersten Teil der מילי דשמיא für den Monat Elul. Dem Buche geht eine Approbation von R. Ezechiel Landau voran, der seiner Wert• Schätzung des Verfassers Ausdruck verleiht und bezeugt, welch grossen Eindruck die Reden auf die dichtgedrängte Zuhörerschaft gemacht haben; er hofft, dass der in eleganter Sprache*) geschriebene und leichtverständliche עולת חדש viele davon abhalten werde, deutsche Bücher zu lesen. In einem Vorworte, das er קול קורא ואומר betitelt, erörtert der Verfasser die religiöse Pflicht, für das Wohl unserer Wirtsvölker zu arbeiten, und gedenkt dankbar der gütigen Gesinnung Josefs II. gegen die Juden. Das dritte Vorwort enthält autobiographische Notizen Fleckeles’, und das zweite den Plan des ganzen Werkes עולת חדש. Die Predigten x) Es seien hier kurz einige Worte über R. Eleasars Predigten ein* gefügt. Seine Sprache ist in all seinen Werken geradezu faszinierend» dank den geistreichen und witzigen Wendungen und Wortspielen und seinen leichtfMessenden Reimen. Von ihm kann das Wort gelten: quidquid dixeram, versus erat; was er sprach, war, wenn nicht immer ein Vers, so doch immer ein geistreiches Wortspiel. Den Inhalt seiner meisterhaft gegliederten Predigten bildeten Aufforderungen zum Wandel in den Wegen Gottes, zur Beschäftigung mit der Thora; er trat scharf gegen alle Neuerungen auf» so gegen die Uebersetzer der Bibel, wenn er auch die Notwendigkeit der Erlernung der deutschen Sprache anerkennt. Er zieht heftig los gegen den Besuch der Kaffeehäuser und Bierlokale. Er warnt vor der Beschäftigung mit Profanwissenschaften, da alle Zeit und Kraft, die der tägliche Eiwerb freigebe, der Thora gehöie; noch mehr aber warnt er die Masse vor der Beschäftigung mit der Kabbala, die für sie sinnverwirrend sei» dankt der Regierung für das Verbot der Einfuhr kabbalistischer Bücher und verspottet diejenigen, die sich kabbalistischen Bräuchen hingeben, ohne auch nur für das offen Daliegende Verständnis zu haben.