Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Meir Fischeis und Ezechiel Landau, hatte er die Predigt geringer einschätzen gelernt. Die Kojeteiner, die ihrem jungen Rabbiner in allem und jedem entgegenkamen, die ihn so sehr mit Beweisen von Ehrfurcht und Liebe überhäuften, dass er sich noch häufig in späten Jahren dankbar seines Aufenthaltes ainter ihnen erinnerte, wollten auch alle bei ihm lernen. Das brachte R. Eleasar in Verlegenheit; denn die wenigsten Gemeindemitglieder konnten seinen talmudischen Vorträgen folgen; andere Vorträge, moralischethische Buss- und Erbauungsreden zu halten, glaubte er nicht fertig bringen zu können, — vielleicht dünkte es ihm auch etwas unter seiner Würde. Er berichtet, wie er im Zweifel gewesen sei, ob er den Leuten eingestehen solle, dass er das Predigen nicht verstehe, oder ob er es doch versuchen solle. Er entschied sich für den Versuch; ausschlaggebend war dabei die Erwägung, dass es wohl früher als richtig angesehen worden sei, eigens Männer für die 1הוכהה), die religiöse Zurechtweisung, und andere für die הוראה, die Entscheidung in religionsgesetzlichen Fragen, anzustellen, von denen gewiss dem בעל הוראה dank seinen umfassenden Studien und seinen notwendigen Kenntnissen die höhere Stufe zukomme, in der letzten Zeit sei jedoch diese reinliche Scheidung verwischt worden, ja man gehe so weit, einen, der das ungelehrte Volk, die Frauen und Kinder durch seine Reden zu fesseln verstehe, gleich auch als einen Kenner der Ualacha an- Zusehen, ihn zum Rabbiner zu wählen, und wenn er auch vom Schulchan Aruch nichts verstehe. Unter solchen Umständen musste R. Eleasar fürchten, dass seine Gemeindemitglieder den umgekehrten Schluss ziehen und ihm, wenn er seine Unfähigkeit als Redner und Prediger eingestehe, auch die Fähigkeit als בעל הוראה absprechen könnten, und darum entschloss er sich, das Predigen zu versuchen, wenn er auch weder praktische noch theoretische Uebung darin hatte. Und das Unerwartete traf ein. Seine Zuhörer waren von seinen Reden begeistert, hingerissen, sie hörten ihm stundenlange zu und ermüdeten nicht. Die Vorsehung hatte durch eine sonderbare Fügung das in R. Eleasar Fleckeies schlummernde, ihm selbst ganz unbekannte Talent 1) Ausser in der Einleitung zum ,לח . א stellt er diese Forderung der Trennung von Prediger- und Rabbiner-Amt an mehreren Steilen auf, vgL 'לה ג, דרוש ח, דמר א, und sagt: בעל ז!וראד. להוד ומוביח לחוד.