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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 68

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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4 eine beträchtliche Mitgift zu, sodass er mit dem grösseren Zur schasse, den er von seinem Vater erhielt, frei von allen Nahrung^ sorgen seinem Studium leben konnte. Doch bald erreichte ihn das Unglück; er verlor sein ganzes Vermögen und geriet in unr säglicbste Not. Er schildert selber, wie es ihm oft am Notwendigsten fehlte und wie er dabei noch von den Steuereinnehmern drangsaliert wurde; dazu kamen noch Gehässigkeit und Verfolgungen seitens einiger unwissender Gemeindemitglieder, die ihm seiner Gelehrsamkeit und Frömmigkeit wegen feind waren. Das alles verleidete ihm den Aufenthalt in seiner Vaterstadt und er sah sich nach einem anderen Wirkungskreise um; so kam e& ihm sehr gelegen, als ihn im Jahre 1779 die alte angesehene Gemeinde Kojetein in Mähren, zu der auch Tobitschau gehörte, zu ihrem Rabbiner erwählte. Dieser neue Wirkungskreis konnte ihn jedoch nicht befriedigen; gab es auch in Kojetein Talmudgelehrte, so fehlte es dort doch naturgemäss an hervorragenden Autoritäten, deren Umgang er in Prag in so reichem Masse genossen hatte. Schmerzlich empfand R. Eleasar auch die weite Entfernung von seinem vergötterten Lehrer R. Ezechiel Landau. Der Briefwechsel mit ihm war wohl, wie die Responsensammlungen beider bezeugen, ein sehr reger, aber er konnte, zumal bei der schlechten Post Verbindung, den persönlichen Verkehr nicht ersetzen. Besonders hart traf es ihn, dass er in dem Städtchen, wo er des Verkehrs mit seinen Lehrern und Genossen entraten musste, nicht einmal eine Jeschiwa halten konnte; die Gemeinde war zu schwach, um den Unterhalt der Schüler bestreiten zu können. Unter diesen Umständen kam ihm die Botschaft recht gelegen, dass er zum Mitglied des Rabbinats seiner Vaterstadt gewählt worden sei, zum Appellanten oder Oberjuristen, wie der offlcielle Titel der Mitglieder des בי ד״נא רבא מורה שרה lautete. Am Sabbath, dem Neumond des Monats Ellul 5543, hielt er in Kojetein seine Abschiedsrede, in der er der Gemeinde herzlich für alle Liebe und Freundlichkeit dankte, die sie ihm entgegengebracht habe. R. Eleasar war sein Aufenthalt in Kojetein von grossem Nutzen gewesen. Wohl soll er in seiner Kindheit den Wunsch geäussert haben, dereinst auch zu ״darschenen“, aber diese Sehnsucht muss ihm bald vergangen sein. In der Schule der Meister talmudischer Dialektik und halachischer Dezision,.

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