Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 579

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 579)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3486266-3486283--4082-3490449
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

487 und sie hatten grossen Mangel und es starben viele von ihnen aus Hunger. Und sie riefen zu Simon um Frieden und er bewilligte ihnen denselben und vertrieb sie von dort und reinigte die Burg von den Befleckungen. Und er zog ein in dieselbe am 23. des zweiten Monats des 171. Jahres mit Lobgesang und Palmenzweigen, mit Zithern und Zymbeln und Harfen, mit Liedern und Gesängen weil ein grosser Feind aus Israel vertilgt worden war. Und er setzte fest, jedes Jahr, diesen Tag in Fröhlichkeit zu feiern. , . .ג) Das historische Bild der Tobianer ist nunmehr in scharf umrissenen Zügen gezeichnet. Sowohl unsere kritischen wie die geschichtlichen Ausführungen zeigen mit Evidenz, dass die Beweggründe, welche für die Handlungen der Tobianer bestimmend waren, mit geistigen Strömungen gar keine Berührungspunkte aufweisen, und dass somit auch der Name Jüdischer Hellenismusa, wie man die Krise dieser Zeit allgemein zu bezeichnen pflegt, wenigstens soweit Palästina in Betracht kommt* 2), durchaus verfehlt ist, weil er zu irreleitenden Schlussfolgerungen führen muss. Der Name Jüdischer Hellenismus“ setzt unbedingt voraus, dass die jüdische Religion, die jüdische Lebensanschauung, das jüdische Denken und Fühlen mit hellenistischem Geist durchsetzt und dadurch umgestaltet worden seien, wie es ähnlich im ganzen Orient tatsächlich der Fall war. Yon diesem Durchsetzungs- und Umgestaltungsprozess findet sich aber in Palästina keine Spur. Welche kulturellen Wandlungen und Verschiebungen im Orient auch vor sich gehen mochten, nicht nur die überwiegend grosse Masse des jüdischen Volkes, welche mit unentwegter Treue am überkommenen Glauben festhielt und jeden fremden Zusatz konsequent abwies, war ihnen tief abgeneigt, auch die Tobianer hatten für sie sehr wenig Verständnis. Sie waren nicht aus einer reli- M Aehnlich lautet auch der Bericht in Megillath Taanith Abschnitt 2. 2) So oft übrigens vom jüdischen Hellenismus die Rede ist, denken wir fast ausschliesslich an Palästina, weil wir in den Ausschreitungen der Tobianer scheinbar eine konkrete Unterlage für unsere Vorstellung zu haben wähnen, während doch z. B. Alexandrien wenig greifbares Material bietet und Babylonien, wo zur Zeit des zweiten Heiligtums das Gros der jüdischen Bevölkerung wohnte, vollständig immun geblieben ist Vgl. Doroth Harischonim 1c, S. 127. Anm. und S. 88 — 142 sowie B.!1 S. 162.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.