Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 574)
- Language
- German
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482 Ein noch härteres Los traf die Zurückbleibenden, welche Palästina nicht verlassen konnten oder mochten, sich aber auch den Dispositionen der Tobianer natürlich nicht fügen wollten. Diese erwirkten vonAntiochus ein Edikt, demzufolge jede Erfüllung eines ßeligionsgebotes seitens eines Juden in Palästina mit dem Tode geahndet werden solle, und zogen selbst an der Spitze ihrer syrischen Horden nach allen Orten hin, um dem königlichen Edikte mit Feuer und Schwert Gehör zu erzwingen. ״Und der König״, heisst es in der Fortsetzung (V. 44 ff.), ״sandte Briefe durch Boten nach Jerusalem und in die Städte Judas, dass sie den fremden Gesetzen der Erde nachfolgen sollten, dass sie Brandopfer, Schlachtopfer und Trankopfer vom Heiligtume fern halten und Sabbate und Feste entweihen, dass sie Altäre, Haine und Götzenhäuser bauen und Schweine und unreine Tiere opfern, dass sie ihre Söhne unbeschnitten lassen . . . sodass sie das Gesetz vergässen und alle Vorschriften überträten. Und wer nicht nach dem Ausspruche des Königs handeln würde, der sollte sterben . . . Und es versammelten sich viele vom Volke zu ihnen, ein jeglicher, der das Gesetz verliess, und sie taten Böses im Lande. Und sie zwangen Israel, in Höhlen zu wohnen und Schlupfwinkel aufzusuchen. Am 15. Tage des Kislew im 145. Jahre erbauten sie den Greuel der Verwüstung auf dem Altäre und in den Städten Judas rings umher bauten sie Altäre. Und vor den Türen der Häuser und in den Strassen räucherten sie. Und die Bücher des Gesetzes, welche sie fanden, zerrissen und verbrannten sie im Feuer. Und wo bei jemandem ein Buch des Bundes gefunden wurde, und wenn jemand dem Gesetze anhing, wurde er nach dem Edikte des Königs getötet . . . Auch die Weiber, welche ihre Kinder beschnitten, töteten sie nach der Vorschrift, plünderten ihre Häuser und töteten die, welche sie beschnitten hatten.“ Gegen diese blutigen Verfolgungen seitens der Tobianer wussten anfangs die Leiter des Volkes keinen anderen Rat als die eilige Flucht in die Wüste und das Gebirge, um sich dort einstweilen in Höhlen und Felskliiften zu verstecken 1). Als sie *) S. I. Makkabäer Kap. 2 und ausführlich Doroth Harischonim I c, S. 338-345.