Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 573)
- Language
- German
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481 blutige Exempel ihre Intentionen sehr wenig gefördert hatte, machten sie nicht etwa Halt, sondern Hessen noch schrecklichere Taten folgen. Ihr Hauptbestreben ging nunmehr dahin, über ein syrisches Heer frei verfügen zu können, das, in einer Jerusalem beherschenden Stellung stationiert, eine beständige Drohung für das Volk bilden und ihren Anordnungen unbedingten Gehorsam erzwingen sollte. Antiochus kam ihrem Wunsche nach» Seinen Einzug bezeicbnete das Heer mit grausam blutigen Spuren. ״Und nach zwei Jahren“, so fährt der Bericht fort (V. 29), ״sandte der König einen Obersteuereinnehmer in die Städte Judas; und er kam nach Jerusalem mit einem zahlreichen Heere. Und er redete zu ihnen friedliche Worte mit Hinterlist, und sie glaubten ihm. Dann fiel er plötzlich über die Stadt her, brachte ihr eine grosse Niederlage bei und vernichtete viel Volks aus Israel. Er nahm die Beute der Stadt, verbrannte sie mit Feuer und zerstörte die Häuser derselben und die Mauern ringsum. Sie führten die Weiber und Kinder in die Gefangenschaft und bemächtigten sich der Herden. Und sie bauten um die Stadt Davids eine grosse und starke Mauer mit gewaltigen Türmen, und sie diente ihnen als Festung. Und sie legten gottloses Volk, ruchlose Menschen1) hinein, welche sich darin festsetzten. Auch Waffen und Nahrungsmittel legten sie hinein und die Beute Jerusalems, welche sie gesammelt, legten sie dort nieder, und sie wurde zu einem grossen Fallstrick. Und dies ward ein Hinterhalt für das Heiligtum und ein böser Anstoss für Israel alle Zeit.“ Die blutige Katastrophe erreichte bald ihren Höhepunkt. Die Makkabäer fahren dann nämlich zu erzählen fort (V. 37 ff.): ״Und sie vergossen unschuldiges Blut rings um das Heiligtum und befleckten das Heiligtum. Und die Einwohner Jerusalems flohen um ihretwillen und es wurde eine Wohnung der Fremden; die Stadt wurde ihren Eingeborenen fremd, und ihre Kinder ver- Hessen sie. Ihr Heiligtum ward öde wie eine Wüste, ihre Feste wurden in Trauer verwandelt, ihre Sabbate in Schmach, ihre Ehre in nichts.“ 1J Gottlose und Ruchlose aus dem Volke, rov nhn&ovg 01 d&ßetg xal TzovrjQoi zur tqotioTj bei Josephus Alt. XII, 5, 4. Jahrbuch J. L. G. IX. 31