Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 575)
- Language
- German
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488 aber auch in diesen Verstecken nicht mehr sicher waren und tausend wehrlose Männer, Frauen und Kinder erbarmungslos niedergemacht wurden, erhob sich das Volk wie ein aufgesehreekter Leu sowohl gegen die Tobianer selbst wie auch insbesondere gegen ihren Bundesgenossen, den syrischen König« Unter dem zündenden Rufe : ״Wer für Gott eifert, der folge mir® sammelte sich um den hochbetagten Heros Mattithjahu eine kriegsmutige Kämpferschar, die sich täglich durch frischen Zuzug verstärkte und zuerst unter Mattithjahu selbst, dann, nach seinem raschen Heimgänge, unter seinem Sohne Jehuda, einen glänzenden Sieg nach dem anderen über die syrischen Heere davontrug, sodass sich die Tobianer, ganz auf sich selbst und die in Jerusalern stationierten Syrer angewiesen, in der von ihnen gegenüber dem Heiligtum erbauten Burg, in der Akra, einschliessen lassen mussten, wo sie sehr hart bedrängt wurden. Anstatt nun mit ihrem Volke endlich Frieden zu machen, der ihnen trotz allem vorangehenden sicherlich bewilligt worden wäre, — wie er ihnen ja auch ungefähr fünfundzwanzig Jahre später unter dem Makkabäer Simon, als sie keine Aussicht auf syrische Hilfe mehr hatten und deshalb ihre Unterwerfung anboten, vom friedliebenden Volke ohne besondere Bedingungen zugestanden wurde1), — eilten sie zu Antiochus V. Eupator, der seit 184 den syrischen Thron einnabm, und stachelten ihn durch die böswillige Verleumdung, dass seinem Reiche von den Juden ungeheure Gefahr drohe, falls er nicht schleunigst ihren Uebermut breche, zu einem neuen Feldzug gegen Palästina auf2). Jehuda musste die Belagerung der Akra aufgeben und sich dem herannahenden syrischen Heerführer Lysias zuwenden. Mit einer so erdrückenden syrischen Uebermacht, wie sie Antiochus diesmal ausrüstete, war das Volk bis dahin noch nicht zusammengestossen, und jedem Juden bangte es vor der Stunde der Ent- Scheidung. Schon stand Lysias vor *dem Heiligtum und bela« gerte es. Da empörte sich plötzlich der Vormund des syrischen Königs und Lysias wurde mit seinem Heere schleunigst ab״־ ף S. I. Makkabäer 13, 40, Insbesondere aber Doroth Harischonim lc, Seite 379. s) Siehe 1. Makkabäer 6, 18 ff.