Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 572)
- Language
- German
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480 ihnen als williges Werkzeug gebrauchen liess 1). ״Hierauf“, heisst es im I. Buche der Makkabäer (1, 20), ״kehrte Antiochus um, nachdem er Aegypten geschlagen im 143. Jahre, zog gegen Israel und zog hinauf nach Jerusalem mit einem zahlreichen Heere. Er ging hinein ins Heiligtum mit Uebermut und nahm den goldnen Altar und den Leuchter . . . und zertrümmerte alles. Er nahm auch das Silber und das Gold und die kostbaren Geräte; er nahm auch die verborgenen Schätze, welche er fand. Und nachdem er alles genommen, kehrte er in sein Land zurück. Er richtete auch ein grosses Morden an und redete mit frechem Uebermute. Und es entstand grosse Trauer in Israel überall, wo sie wohnten״. Dieses furchtbare Gemetzel war nur die Einleitung zu der langen Beihe grauenerregender Bluttaten, welche die Tobianer an ihren Volksgenossen verübten. Als sie merkten, dass das standen und das Volk sich in zwei Parteien spaltete, standen nur des To•׳ bias Söhne auf Seiten des Menelaus, während der grössere Teil des Volkes sich dem Jason anschloss, von dem Menelaus und die Söhne des Tobias so bedrängt wurden, dass sie zu Antiochus flohen und ihm erklärten, sie wölb ten sich von ihren heimischen Sitten und Gebräuchen lossagen und nach griechischer Weise und der Verfassung des Königs leben. Deshalb baten sie ihn, er möge ihnen gestatten, in Jerusalem eine Turnschule zu erbauen. Als der König ihnen diese Erlaubnis gegeben, verhüllten sie die Beschneidüng ihrer Schamteile, sodass sie sich auch bei entblösstem Körper von den Griechen nicht unterschieden, gaben ihre heimischen Gebräuche auf und nahmen heidnisches Wesen an.“ Hier tritt der Gegensatz zwischen den beiden Richtungen noch deutlieber zu Tage. Zugleich werden uns hier auch die eigentlichen Teilnehmer der Orgien im Gymnasium und in der Ephebie näher bezeichnet. Es waren in der Hauptsache die Tobiassöhne und Menelaus, wie noch einige wenige, welche mit ihnen in enger Verbindung standen. Die Erzählung des Josephus weist einige Abweichungen gegenüber der des Makkabäerbuches auf. Wir müssen jedoch die letztere durchaus vorziehen. Einmal weil diese Quelle älter ist, sodann weil sich Josephus selbst in krasser Weise widerspricht. Während er in den ,,Altertümern“ lason als legalen Nachfolger seines Bruders Onias 111. einführt, da beim Tode des Onias dessen Sohn unmündig gewesen sei, berichtet er im ״Jüdfschen Kriege“ (1, 1, 1) wesentlich so wie das Makkabäerbuch, dass Onias von Antiochus Ephiphanes gestürzt worden sei und sich nach Aegypten geflüchtet habe. *1 Siehe darüber Doroth Harischonim Ic, S. 375—386.