Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 570)
- Language
- German
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478 es ihm gewiss nicht in den Sinn gekommen, ihnen aus eigener Initiative beizuspringen. Erst eine ausdrückliche königliche Verfügung setzte Jason in den Stand, sein Vorhaben auszuführen. ״Da nun der König“, fahren die Makkabäer (4, 10 f.) zu erzählen fort, ״dieses bewilligte und er (Jason) die Herrschaft erlangte, bildete er seine Stammesgenossen sogleich nach den griechischen Sitten um. Und er schaffte die menschenfreundliehen, den Juden von den Königen verliehenen Vorrechte ab, welche sie durch die Bemühungen Johannes״, des Vaters des Eupolemos, der die Gesandtschaft wegen der Freundschaft und des Bündnisses zu den Körnern unternahm, erhalten hatten; die gesetzmässigen Einrichtungen hob er auf und führte neue, ruchlose Gewohnheiten ein. Mit Vorsatz erbaute er gerade unter der Burg ein Gymnasium und verordnete, dass die stärksten Jünglinge sich dort üben mussten. Also nahm das heidnische Wesen überhand und die ausländischen Sitten verbreiteten sich immer mehr Äurch die übermässige Frevelhaftigkeit des gottlosen und nicht hohepriesterlichen Jason; sodass die Priester sich nicht mehr um den Dienst am Altäre kümmertenx), sondern, den Tempel verachtend und die Opfer vernachlässigend, beeilten sie sich, an den ruchlosen Spielen in der Ringschule und an dem Werfen des Diskus teilzunehmen.“ Wie man sieht, verlegte sich Jason hauptsächlich auf Verfübrungskünste, welche höchstens auf die leichtempfängliche Jugend wirken. Unter den Aelteren verurteilten selbst diejenigen seine wilden Ausschreitungen, welche ihm am nächsten standen, und die er mit Missionen betraute. ״Als das fünfjährige Kampfspiel zu Tyrus gehalten wurde“, heisst es ferner (V. 18 f.), ״und der König zugegen war, sandte der verruchte Jason Zuschauer hin von Jerusalem, die Antiochenser waren, und 300 Silberdrachmen zum Opfer des Herkules überbringen sollten; aber die Ueberbringer selbst baten, man sollte das Geld nicht zum Opfer verwenden, da es sich nicht gezieme, sondern zu einer anderen Ausgabe zurücklegen. Er schickte es also, soweit es an ihm, dem Absender, lag, zum Opfer des Herkules, wegen der Ueber- *) Natürlich nur ein Teil der Priester, wahrscheinlich die jüngeren, wohl gar die Lehrlinge, welche zahlreich im Heiligtum vertreten waren.