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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 566

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 566)
Language
German
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474 inneren Zusammenhang dieser Disharmonie mit dem Einverständnisse zwischen den Tobianern und Apollonius nicht erkannte, da er von der Existenz der Tobianerpartei keine Ahnung hatte. In einer Anmerkung an der gleichen Stelle fügte er zu dem oben zitierten hinzu: ״Ein gewisser Gegensatz zwischen dem ersten Minister (Heliodorus) und dem Könige kann aus dem Schicksal des Hohepriesters entnommen werden, der sich offenbar mit Hebodorus auseinandergesetzt hatte, dann aber gleichwohl in Antiochien zur Verantwortung gezogen ward Antiochus Ephiphanes war der Mord sehr willkommen. Man erkennt dies schon an dem merklichen Wohlwollen, das er unmittelbar nach seiner Thronbesteigung den Tobianern bewies. Während Seleukus ihre Intriguen nur durch die Vermittlung eines seiner höchsten Beamten, des Apollonius, anhörte und auch diesem in derartigen Angelegenheiten nur selten ein williges Ohr schenkte, gewährte Antiochus dem Jason eine persönliche Audienz und ging rückhaltlos auf alle seine Wünsche ein. Allerdings ohne ein klingendes Aequivalent liess sich Antiochus nicht dazu herbei; Jason musste sich zur Zahlung einer ungeheuren Geldsumme verstehen. Doch was er dagegen eintauschte, wog diese Summe vollkommen auf. Sein Bruder Onias wurde für abgesetzt erklärt und durfte nicht mehr nach Jerusalem zurückkehren; er verblieb in Antiochien, wo er drei Jahre später, auf Anstiften des damaligen Hohepriesters und Hauptes der Tobianer, Menelaus, gegen den er wegen seiner schamlosen Beraubung des Heiligtums öffentlich Anklage erhob, von Andronikus, einem hohen Würdenträger des Königs, ermordet wurdel 2). Aber bereits drei Jahre zuvor (175) war Jason selbst, laut seinen Abmachungen mit l) Die letzte Angabe, dass 0״ n i a s in Antiochien zur Verantwortung gezogen wurde“, ist falsch, da in der einzigen Quelle für diese Geschehnisse, dem II. Makkabäerbuche (Kap. 4), nicht einmal andeutungsweise davon gesprachen wird. Die Sache verhält sich umgekehrt; H e 1 i 0 d 0 r u s ist in Antiochien zur Verantwortung gezogen worden. *) S. II. Makkab. 4, 33. Als Onias von der Schandtat des Menelaus erfuhr, floh er nach dem Asyl Daphne, einer Vorstadt Antiochiens, um von dort aus seine Anklage gegen Menelaus zu erheben, wurde aber von Andronikus herausgelockt und ermordet. Dazu bemerkt Wellhausen (a. a, O. S. 249), der sich Mühe gibt, die Berichte des 11. Makkabäerbuches umzustossen: ״Dass er (Onias) zuletzt nach Daphne flieht, ist dadurch nicht

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