Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 563)
- Language
- German
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471 Zeit Statthalter von Cölesyrien und Phönizien war, und erzählt© ihm, dass die Schatzkammer zu Jerusalem mit unsäglichen Schätzen aDgefüllt wäre, sodass die Menge der Kostbarkeiten nicht gezählt werden könnte, und dass dieselben zum Aulwande für die Opfer nicht nötig wären, sondern leicht alle in die Gewalt des Königs fallen könnten. Als nun Apollonius zum Könige kam, teilte er ihm den erhaltenen Bericht von den Schätzen mit; dieser aber wählte Heliodorus, der über die Einkünfte gesetzt worden war, und schickte ihn mit dem Befehle ab, die Abholung der vorbenannten Schätze zu besorgen. Alsbald machte sich Heliodorus auf den Weg, unter dem Vorwände, als wollte er die Städte in Cölesyrien und Phönizien bereisen, in der Tat aber, um den Vorsatz des Königs zu vollführen. Da er nun nach Jerusalem gekommen und freundlichst von dem Hohepriester der Stadt aufgenommen worden war, erzählte er die geschehene Anzeige und erklärte, weshalb er da wäre, erkundigte sich aber, ob die Sache sich in Wahrheit so verhalte. Darauf erklärte ihm der Hohepriester, es seien Vermächtnisse für Witwen und Waisen. Einiges gehöre auch Hyrkanus, dem Sohne des Tobias, einem sehr vortrefflichen Manne; es sei aber nicht, wie der gottlose Simon fälschlieh angegeben, und das Ganze betrage vierhundert Talente Silbers und zweihundert Talente Goldes. Diejenigen aber za herauben, welche der Heiligkeit des Ortes und der Würde und Un- Verletzlichkeit des in der ganzen Welt verehrten Tempels vertraut hätten, gehe durchaus nicht an.“ Der erste verräterische Anschlag misslang völlig; doch die Tobianer Hessen ihren Mut nicht sinken. Sie fuhren fort, im geheimen zu wühlen und neue schwarze Pläne zu schmieden, bis sie ihren Zweck erreicht hatten. Onias hatte wohl ihre politische Macht niedergerungen, ihre materielle Energie jedoch bestand ungeschmälert fort. Der Verlust ihrer politischen Uebermacht bedeutete nicht zugleich eine Einbusse an ihrem konstanten, eisernen Streben nach Macht und an ihrem masslosen Eeichtum, aus dem dieses übermächtige Streben resultierte. Solange aber diese ihre materielle Kraft intakt blieb, war auch nicht die leiseste Hoffnung vorhanden, Buhe und Sicherheit in Judäa dauernd zu erhalten. Ihre unerbittliche Konsequenz und ihre unverwüstliche Zähigkeit waren so unheimlich und furchtbar,