Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 562)
- Language
- German
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470 wann sofort die erforderliche Ruhe für die Sanierung der inneren Zustände. Br offenbarte dabei das gleiche bewundernswerte Geschick wie im Kampf mit den Tobianern. In ganz kurzer Zeit waren die Spuren der alten Misswirtschaft völlig verwischt und das Volk atmete frei auf. Ein halbes Jahrhundert hatte es in fortwährender Aufregung und Bangigkeit gelebt; seine persönliche Freiheit war unterbunden; in der Ausübung der heiligen Gesetze war es gehemmt; draussen sank seine Prestige durch die Zerrüttung im Innern immer tiefer. Sobald Onias die Zügel der Regierung ergriff, wendete sich rasch das Blatt. Er gewann dem Volke seine persönliche Freiheit wieder, löste die Fesseln, welche die Betätigung des Gesetzes hinderten, und stellte das Ansehen der Nation im Auslande in verstärktem Masse wieder her. ״Als nun die heilige Stadt“, hebt das zweite Makkabäerbuch (3,1) seine Berichte über unsere Zeit an, ״den tiefsten Frieden genoss und die Gesetze durch die Gottesfurcht des Hohepriesters Onias und durch seinen Abscheu vor dem Bösen aufs trefflichste beobachtet wurden, geschah es, dass sogar auch die Könige diesen Ort ehrten und das Heiligtum durch die reichsten Geschenke verherrlichten. Sodass auch Seleukos (IV.), der König von Asien, aus seinen eigenen Einkünften den ganzen erforderlichen Aufwand für den Opferdienst bestritt.“ Aus dem erquickenden Frieden wurde das Volk jäh aufgestört durch den Konflikt mit dem Tempelbeamten Simeon, der zu den Tobianern gehörte. Als Onias sich anschickte, den letzten Rest der tobianischen Beamten zu vertreiben, um sie für immer unschädlich zu machen, forderte er die ganze Summe ihrer Kraft und ihres Trotzes heraus. Die völlige Auflösung der Partei und die Rückkehr ihrer Anhänger in ihre alte Privatstellung wollten sie mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln hintanhalten. Freilieh einen offenen Kampf wagten sie nicht, da sie ihn nach den letzten Erfahrungen für aussichtslos hielten. Statt dessen wählten sie eine viel schneidigere Waffe, den Verrat. ״Aber ein gewisser Simon“, fahren die Makkabäer (III, 4 ff.) fort, ״aus dem Stamme Benjamin, bestellter Vorsteher des Tempels, entzweite sich mit dem Hohepriester wegen des Amtes eines Marktaufsehers in der Stadt. Und da er gegen den Onias nichts ausrichten konnte, ging er zu Apollonius, Sohn des Thrasäus, der zu jener