Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 560)
- Language
- German
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468 reits im Jahre 1801). Nach seinem Tode erheiterte sich der palästinensische Horizont für die Dauer von fünf oder höchstens sechs Jahren. Das Hobepriestertum, das bis dahin in unwürdigen Händen gelegen hatte, übernahm nach der kurzen Amtsdauer Simons sein ältester Sohn, der gottesfürchtige und zugleich tatkräftige, zielbewusste Onias III., welcher sich das weithin leuchtende Vorbild seiner Ahnen zum Muster seines Lebens nahm. Der zweite für das Schicksal des jüdischen Staates noch entscheidendere Faktor, der syrische König Seleukus IV., welcher (187) seinen Vater Antiochus auf dem syrischen Throne ablösfce, war von den freundlichsten Gefühlen für das jüdische Volk beseelt und überdies noch ein warmer Verehrer der Person des Hohepriesters selbst. Diese beiden glücklichen Umstände wirkten für eine Weile zusammen, um dem schwergeprüften Volke einige frohe Jahre zu verschaffen. Ja, es schien sogar eine geraume Weile, als ob es gelingen wollte, die unheilvolle Macht der Tobianer völlig zu brechen. Der energische Onias wenigstens sah dieses vom ganzen Volke heissersehnte Ziel als seine Lebensaufgabe an. Sein erster bedeutsamer Akt in dieser Richtung war die Vertreibung der Tobiadenfamilie aus Jerusalem. ״Zu der Zeit,״ beginnt Josephus seinen ״Jüdischen Krieg“, als Antiochns Ephiphanes mit Ptolemäus VI. (Philometor) wegen des Besitzes von Gesamtsyrien im Streite lag, entstanden unter den vornehmen Juden Zwistigkeiten über den Machtvorrang, da niemand von denen, die in Würden standen, sich seinesgleichen unterordnen wollte. In diesem Zwiste gewann Onias, einer von den Hohepriestern, die Oberhand und vertrieb die Söhne des Tobias aus der Stadt (Jerusalem)“. 1) Unter den Gründen, durch die sich Wellhausen veranlasst sieht, die ausführlichen Berichte des Josephus (Alt. XII, 4, 2— 5) über Joseph selbst und seine Söhne zu verwerfen, befindet sich auch die Bemerkung, dass der Hohepriester Simon II. bereits um 200 amtiert haben müsste. ״Endlich“, führt er S. 245 aus, ״kann Onias II.nach 193 nicht mehr im Amte gewesen sein. Schon etwa 200 war sein Sohn Simon Hohepriester und wird es nicht erst unter Seleukus IV.“ Diese durchaus irrige Ansicht zu widerlegen ist nicht recht möglich, weil sie Wellhausen mit nichts begründet. Er stellt sie apodiktisch auf, als ob es sich um mehr als eine Selbstverständlichkeit handelte. Wir verweisen übrigens auf Doroth Harischonim Ic, S. 184—193, wo das von uns akzeptierte Datum durch eine Reihe von Argumenten erhärtet wird.