Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 559)
- Language
- German
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467 sephs mit ihrem Anhänge ein erbitterter Kampf um die politische Erbschaft des Vaters, die Herrschaft in Judäa. Hätte jetzt ein energischer, volksfreundlicher Hohepriester, wie der spätere Onias HI., an der Spitze des Staates gestanden, so hätte er augenblicklich die beste Gelegenheit gehabt, eine tiefe Bresche in die Reihen der Tobianer zu schlagen und dadurch ihren Einfluss zu vernichten. Ihm stand ja die Befugnis zu, die Beamten zu ernennen und von ihren Posten zu entheben. Da vorläufig das Kardinalübel darin bestand, dass die’ Tobianer alle Staatsämter okkupiert hielten, so konnte er, wie es tatsächlich der Hohepriester Onias später durchführte, die Beamten, die der tobianischen Richtung angehörten, einzeln entfernen und treue Söhne des Volkes an ihre Stellen setzen. Der gegenwärtige Augenblick war für eine solche Aktion am meisten geeignet, da die Tobianer durch den Krieg im Innern beschäftigt und geschwächt wurden. Ein ganzes Jahr tobte dieser Krieg ohne Entscheidung1). Der Hohepriester Onias III., der freilich schon hochbetagt war, verhielt sich ganz passiv. So traurig diese Passivität auch an und für sich war, liess sie doch einen matten Schein von Hoffnung zu, dass die Selbstzerfleischung die Kräfte der Tobianer dezimieren und dadurch ihr unheilvoller Einfluss im Staate vermindert werden könnte. Da verschied, ein Jahr nach dem Tode Josephs, auch Onias II. (183) und sein Sohn Simon II. folgte ihm im Hohepriestertum. Dieser war ein erklärter Anhänger der Tobianer und neigte natürlich mehr und mehr zu den älteren Brüdern, da er zu Hyrkanus, welcher ein Freibeuterleben jenseits des Jordans führte, keine Beziehungen hatte. Er ergriff gleich nach seinem Amtsantritte aktiv für die älteren Söhne Josephs Partei und entschied den Krieg zu ihren Gunsten. Hyrkanus musste zum zweiten Male sein Heil in der Flucht suchen. Er zog sich wiederum auf seinen Schlupfwinkel zurück und richtete sich dort dauernd ein. So sehr fürchtete er jetzt die Macht der Brüder, dass er Vorsorge traf, ihre eventuellen Angriffe auf sein Lager abzuschlagen. Simon II. amtierte nur ungefähr zwei Jahre. Er starb be- ) Siehe Doroth Harischonim Ic, S. 190.