Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 557)
- Language
- German
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465 worden sind. Antiochus III. blieb nicht lange Herr in Cölesyrien. Im Frieden zwischen Syrien und Aegypten (195) ward nämlich vereinbart, dass Antiochus seine Tochter Kleopatra dem jungen Könige Ptolemäus Ephiphanes zur Gemahlin geben und ihn dabei in Form einer Morgengabe mit Cölesyrien beschenken sollte1). Antiochus dachte zwar keinen Augenblick daran, das Versprechen in bezug auf Cölesyrien einzulösen, jedoch konnte er seinem Eidam wenigstens die Hälfte der Einkünfte dieser Provinz nicht vorenthalten. Durch dieses Hecht der Steuereinnahme, wie durch das moralische Gewicht des Versprechens, welches doch bei aller Hinterlist des Antiochus zum Teil realisiert werden musste, wurde Aegypten ein erheblicher Einfluss auf Cölesyrien eingeräumt, der dem Tobiaden Joseph auch in der veränderten Situation ein starkes Rückgrat bot. Allerdings die Steuerpacht war schon seit 8 Jahren nicht mehr in seinem Besitz. Sie entschlüpfte ihm förmlich im Beginn der Kriegswirren. Bis zum Frieden brauchte man überhaupt keine Steuern einzuliefern, da ganz Cölesyrien so- Zusagen herrenlos war. Nach dem Frieden wurden die Steuern, wie ehedem, den Vornehmen der einzelnen Städte verpachtet. Nichtsdestoweniger blieb Joseph noch furchtbar genug. Das Synhedrium durfte es noch nicht wagen, an seiner Macht zu rütteln, wollte es nicht einen unheilvollen Bruderkampf entfesseln und noch obendrein Aegypten reizen. Vielleicht war es eine Folge des durch den Frieden zwischen Antiochus und Ptolemäus geschaffenen Dualismus in der Oberherrschaft über Palästina und der hierdurch bedingten Wiedererstarkung Josephs, dass man sich in den leitenden Kreisen des Volkes entschloss, eine Gesandtschaft an Antiochus zu schicken, um sich die von ihm versprochenen Privilegien aufs neue bestätigen zu lassen und sich seines Schutzes von neuem zu versichern, ohne dabei allerdings, wie die Geschichte lehrt, viel für die Praxis gewonnen zu haben. Führer der Gesandtschaft war ein Priester Johannes aus der Familie Äkkos (Hakauz) 2), Vater des Eupolemos, den später *) Siehe ]osephus Alt. XU, 4, 1. ף S. II. Makkabäer 4, 11. Der Stammname dieses Johannes ist hier nicht angegeben, wohl aber I. Makkab. 8, 17 bei der Erwähnung seines Sohnes Eupolemos, der zu einer gleichen Mission wie sein Vater erkoren wurde. Dass unter ״Hakauz“ an dieser letzteren Stelle nicht direkt der so Jahrbuch J. L. G. IX.