Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 556)
- Language
- German
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464 sogleich ihre Treue, uahmen mich glänzend auf, zogen mir mit dem Synhedrium an der Spitze entgegen, versorgten meine Soldaten und Elephanten mit Lebensmitteln und halfen mir bei der Vertreibung der ägyptischen Besatzung aus der Burg. Ich habe es nun für billig gehalten, mich ihnen hierfür erkenntlich zu beweisen und zunächst ihre von manchem widrigen Geschick heimgesuchte Stadt wieder herzustellen uud durch Zurückberufung*) der zerstreuten Bewohner wieder zu bevölkern. Vorläufig habe ich beschlossen, ihnen um ihrer Gottesfurcht willen den Bedarf für ihre Opfer zu liefern, nämlich Vieh, Wein .... Das alles ist ihnen genau zu verabfolgen, wie ich befehle. Ingleichen sollen auch die Arbeiten am Tempel, an den Säulenhallen, und wo sonst Bauten nötig sind, in Angriff genommen werden. Das Material dazu soll aus Judäa selbst, aus den anderen Bezirken und vom Libanon entnommen werden, ohne dass irgend eine Abgabe dafür erhoben werden darf. Dasselbe bestimme ich hinsichtlich aller übrigen Arbeiten, die zur Verschönerung des Tempels notwendig sind. Allen Angehörigen des Volkes soll gestattet sein, nach dem Gesetz ihrer Väter zu leben. Es sollen die Aeltesten, die Priester, die Tempelschreiber und die Sänger von der Kopf- Steuer, der Abgabe für die Krone und jeder anderen Steuer befreit sein. Damit nun die Stadt wieder desto eher bevölkert werde, bewillige ich den Bewohnern derselben und allen, die sich bis zum Monat Hyperbaretaias dort niederlassen, Steuerfreiheit für 3 Jahre. Auch will ich ihnen den dritten Teil aller Abgaben erlassen, damit sie sich von ihrem Elend erholen können. Ferner setze ich hiermit alle, die aus der Stadt in die Sklaverei geschickt worden sind, samt ihren Kindern, in Freiheit und befehle, dass ihnen ihr Vermögen zurückgegeben werde.“ Die freudige Stimmung, welche im jüdischen Volke ob des glücklichen Wechsels in der innerpölitischen Situation Platz greifen mochte, konnte nicht lange angehalten haben, da die neuen Errungenschaften, wie es scheint, durch die abermalige Verschiebung in der auswärtigen politischen Lage illusorisch gemacht x) Wenn es einer Genehmigung des Königs für ihre Zurückberufung bedurfte, so kann ihre Auswanderung nicht freiwillig, sondern nur durch Ver* schulden der Tobianer erfolgt sein.