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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 555

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 555)
Language
German
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463 tektion des obersten Schutzhelm, die sie zur Terrorisierung des Volkes ausnutzten, zu entziehen. Freilich den eisernen Bing, welchen sie um das Volk geschmiedet halten, völlig zu sprengen und ihnen die in ihren Händen befindliche Macht wieder zu ent* reissen, wagte das Synhedrium nicht. Es schreckte vor einem Bruderkrieg zurück. Die Tobianer waren in den zweiundzwanzig Jahren, während deren sie die Herrschaft ausübten, zu sehr erstarkt, als dass die Nation imstande gewesen wäre, ihre Macht ohne schwere innere Kämpfe völlig niederzuringen, zumal der offizielle politische Vertreter des Volkes, der Hohepriester, infolge seiner Unfähigkeit untätig blieb. Das Hauptbestreben des Synhedriums bei der ganzen Aktion ging dahin, das Uebergewicht der Tobianer zu brechen und damit den schlimmsten Auswüchsen ihres Terrorismus einen mächtigen Riegel vorzuschieben. Diesen Zweck erreichten sie auch einstweilen. Antiochus zeigte sich sehr erkenntlich, zollte der freundlichen Haltung der Juden gebührenden Beifall und gewährte ihnen eine ganze Beihe von Privilegien. Diese sind uns zum Teil bei Josephus (Alt. XH, 8, 3) in einem Schreiben des Königs an seinen Feldherrn Ptolemäus aufbewahrt 1). Aus dem Wenigen, das uns erhalten ist, ersehen wir, dass die Tobianer bereits im gegenwärtigen Stadium dem Volke die religiöse Pflichtübung erschwerten, dass sie das Heiligtum, in dem sie sich häuslich eingerichtet hatten, arg vernachlässigten, dass sie gar vielleicht die Gelder des Heiligtums antasteten, dass sie das Land, welches sie unter ihre Obhut nahmen, unbesorgt verkümmern liessen, und dass sie durch arge Misshandlungen viele Einwohner zwangen, das Land zu verlassen« ״Kehren wir nun wieder“, sagt Josephus, ״zum Gange der Be« gebenheiten zurück. Es folgt also zunächst der Brief des Antiochus: Der König Antiochus entbietet dem Ptolemäus seinen Gruss. Sowie ich das Land der Juden betrat, bewiesen sie mir 1l Josephus zitiert das Schreiben, ohne, wie es bei ihm meistens uhlieh ist, den Zusammenhang anzugeben. Indes der Eingang des Schreibens in welchem auf den glänzenden Empfang, der dem Könige in Jerusalem zuteil geworden ist, direkt Bezug genommen wird, weist mit Bestimmtheit darauf hin, dass die darin aufgeführten Vergünstigungen als Folge der Ver- Handlungen zwischen dem Synhedrium und dem Könige Antiochus anzusehen sind.

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