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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 554

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 554)
Language
German
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462 sich mit Philipp von Makedonien über eine gemeinsame Teilung Aegyptens verständigt hatte, fäßkte er (201) in Cölesyrien ein, wo ihm alles, wie es scheint, ohne Widerstand zufiel. Erst gegen Ende des nächsten Jahres vermochten die Aegypter eine grössere Macht zusammenzubringen, an deren Spitze der Aetoter Skopas trat. Anfangs schien den Aegyptern das Glück zu lächeln. Skopas eroberte Palästina wie auch die benachbarten Gegenden zurück u&d legte in die Burg von Jerusalem eine ägyptische Besatzung. Doch bald darauf kehrte Antiochus zurück und schlug den ägyptische» Feldherrn in einer entscheidenden Schlacht an den Quellen des Jordan beim Paneion. Hierauf rückte Antiochus vor und nahm ganz Cölesyrien in Besitz. In Jerusalem wurde ihm ein ganz besonderer freudiger Empfang bereitet. Der Organisator dieses Empfanges war das Synhedrium 1). Es zog dem Könige an der Spitze des Volkes entgegen, veranlasste das letztere, die königliehe Armee und die königlichen Elephanten mit Lebensmitteln zu versorgen und ermunterte es zur hilfreichen Mitarbeit bei der Vertreibung der Besatzung, die Skopas in der Burg zurückgelassen hatte. Es war das erste Mal, dass das Synhedrium so unmittelbar in ein Gebiet Übergriff, das ausserhalb seines Kompetenzbereiches lag. Sonst hat es eine direkte Einmischung in die äussere Politik vermieden. Diesmal aber zwang die Not dem Synhedrium diese selbständige politische Rolle auf, da kein anderer vorhanden war, der die vitalsten Interessen des jüdischen Volkes wahrnehmen sollte2). Bot sich doch gegenwärtig die überaus günstige, vielleicht nie wiederkehrende Gelegenheit, den Tobianern die Pro- *) ysqovoCa bei }osephus (Alt. Xll, 3* 3). Siehe ausführlich Doroth Harischonim 1 c, S. 646 ff. 2) Nach der bisherigen Auffassung der geschichtlichen Ereignisse des ganzen von uns behandelten Zeitabschnittes waren diese letzten Vorgänge völlig unverständlich. So sagt Wellhausen (S. 233): «Bemerkenswert ist, dass die Priester auf die Gerusia folgen und der Hohepriester nicht besonders genannt wird.“ Nach unserer Darstellung ist die Intervention des Synhedriums nicht nurlbegreiflich, sondern geradezu von der Not der Verhältnisse diktiert. Ueb״ rigens hängt Wellhausens Frage mit einem zweiten schwierigen Problem zusasnmen; siehe darüber Doroth Harischonim 1 c, S. 607.

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