Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 552)
- Language
- German
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460 und insgeheim zu bekämpfen. Dem Ptolemäus Philophator war nämlich im Jahre 210 ein Sohn, der spätere Ptolemäus Ephiphanes, geboren worden. Aus diesem Anlass wallfahrteten alle Vornehmen Syriens nach Alexandrien, um dem königlichen Paare zu gratulieren und kostbare Geschenke zu überreichen. Joseph durfte natürlich bei einem derartigen Ereignisse nicht zurückstehen. Er selbst freilich konnte infolge seines hohen Alters sich einer so beschwerlichen Reise nicht mehr unterziehen; es musste einer seiner Söhne für ihn einspringen♦ Die älteren lehnten aber ab, weil sie der höfischen Sitten unkundig waren, und rieten selbst dem Vater, ihren jüngsten Bruder zu entsenden. Hyrkanus nahm die Mission freudig an und bat den Vater, ihm anstelle des zum Ankauf der Geschenke erforderlichen baren Geldes eine Anweisung an ihren Verwalter in Alexandrien, Arion, mitzugeben. Von diesem aber erpresste Hyrkanus eine wahrhaft horrende Summe, die ihn in den Stand setzte, alle syrischen Vornehmen in bezug auf die Kostbarkeit der dem König dargebrachten Geschenke weit in den Schatten zu stellen. Seine unerhörte Freigebigkeit, sein schlagfertiger Witz und sein gewandtes Benehmen gewannen ihm das unbegrenzte Vertrauen des Königs. Gerade deswegen aber begann der Vater in der Heimat Verdacht zu schöpfen. Er fürchtete, dass sein Liebling auf die Erlangung der Pacht ausgehe und sie ihm durch die gleichen Mittel abzunehmen gedenke, wie er sie einst seinem Oheim entzogen hatte. Seiner Methode getreu fasste er kurz den Entschluss, den Hyrkanus aus dem Wege zu räumen und gab seinen Söhnen einen dahingehenden Wink. Den Brüdern war der Auftrag sehr willkommen. Schon nach der Abreise des Hyrkanus hatten sie ihren vertrauten Freunden die geheime Weisung gegeben, ihn. unterwegs umzubringen. Der schlaue Hyrkanus hatte sich jedoch ihren Schlingen entzogen. Da jetzt auch der Vater seinen Segen dazu erteilte, eilten sie ihrem Bruder mit ansehnlichen Streitkräften entgegen, um ihm in offener Feldschlacht den sicheren Tod zu bereiten. Hyrkanus aber ahnte die kommenden Ereignisse und versah sich mit einer wohlgeübten Streiterschar. Beim blutigen Renkontre, das bald darauf erfolgte, erlitten die Brüder eine schmähliche Niederlage; zwei von ihnen kamen in der Schlacht um und die anderen ergriffen feige die Flucht. Nach Jerusalem durfte Hyrkanus aller-