Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 550)
- Language
- German
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458 des Ab Bethdin, des Vorsitzenden der Versammlung, blieb bestehen, es trat ein erster Vorsitzender hinzu, der Nassi. Jose ben Joeser und Jose ben Jochanan bilden das erste ״Paar״. Jose ben Jochanan war schon lange Ab Bethin, als man ihm nach der Verschiebung der Regierungsverhältnisse durch die Ernennung des Steuerpächters Joseph in den Tagen des Ptolemäus Euergetes in der Person des Jose b. Joeser einen Nassi zugesellte. Es ist bemerkenswert, dass dieser erste Nassi ein Kohen war. Gewiss nahm man deshalb gerade einen Kohen zum ersten Nassi, weil diesem Machtbefugnisse zustehen sollten, die auch früher ein Kohen, nämlich der Hohepriester ausgeübt hatte1״). Die teilweise Uebernahme der inneren Verwaltung durch den Nassi hat natürlich keine normalen staatlichen Verhältnisse wiederherstellen können. Der Schwerpunkt der Landesgeschäfte lag nach wie vor bei dem Tobiassohn und bei den Tobianern, die ihre Pflichten vernachlässigten oder nach Belieben handhabten. Eine der traurigsten Folgen dieses unhaltbaren Zustandes, welche sich schon in der ersten Zeit bemerkbar machte, war die bedenkliche Abnahme der Lehrhäuser. ״Es gingen damals sowohl die allgemeinen Lehrhäuser ein, wie die Versammlungsstätten, sodass Jose ben Joeser (der Nassi) die Thoraweisen seiner Zeit eifrig ermahnte: ״Es sei dein Haus eine Stätte des Zusammentreffens für Weise“2). Jose lebte zwar bis in die Schreckenszeit des Antiochus Ephiphanes hinein und wurde erst im Jahre 161 von Alkimos, der sich im Heere des Backchides befand, zusammen mit einer Anzahl anderer Schriftgelehrten niedergemacht3); doch ״ist es selbstverständlich, dass sich diese Ermahnung nicht auf die Schreckenszeit bezieht, als dem ganzen Volke seine Behausungen zu einer Todesgruft verwandelt wurden, als jeder, der ein geringes Thoragebot erfüllte, dem Henker ausgeliefert wurde, sodass sie sich genötigt sahen zu flüchten und sich nach allen Seiten hin l) Vgl. Bondi, Simon der Gerechte (fahrkuch V, S. 268) und Doroth Harischonim 1 c, S. 201. *) S. Doroth Harischonim 1c, S. 201. *) S. I. Makkabäer 7, 10.