Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 549

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 549)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3486266-3486283--4052-3490419
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

457 die wichtigeren, wie die Agronomie, legte Joseph Beschlag und besetzte sie mit seinen Kreaturen. Namentlich diejenigen Aemter, welche pekuniäre Vorteile brachten, scheint er in besonderem Masse berücksichtigt zu haben; so waren alle Verwalter der Schatzkammern im Heiligtum Parteigänger der Tobianer. Den frommen und energischen Hohepriester Onias III., der die Tobianer erfolgreich bekämpfte und sie aus ihren eroberten Positionen verdrängte, kostete die Beseitigung dieser Beamten besonders grosse Mühe, da sie sich hier wahrscheinlich am sichersten festgesetzt hatten1). Indes um die wirkliche Ordnung im Lande, um dessen wahre Bedürfnisse kümmerte sich Joseph sehr wenig. Ihm lag nur an der äusseren Repräsentation und der ungestörten Freiheit zur Disposition im Staate. Die Obliegenheiten eines obersten Staats- Verwalters, die innere Leitung, die Aufsicht über die sozialen und wirtschaftlichen Angelegenheiten überliess er dem blinden Zufall oder der Willkür seiner Beamten. Da aber der berufene Aufseher, der Hohepriester, freiwillig oder gezwungen seiner Macht entkleidet war, so musste eine neue Institution ins Leben gerufen werden, das Amt des Fürsten (Nassi) und ersten Vorsitzenden im Synhedrium, sodass diese Körperschaft, die bisher 71 Mitglieder gezählt hatte, sich nunmehr aus 12 Männern zusammensetzte. Dem Nassi wurde nämlich ein erheblicher Teil der exekutiven Funktionen des Hohepriesters in der inneren Verwaltung, sowie in den Religions- und Tempelangelegenheiten übertragen. ״ Bisher war der Hohepriester als oberster Vertreter der persischen und später griechischen Staatsgewalt, zugleich der ausführende Beamte für die Beschlüsse des Sanhedrin gewesen. Als der Hohepriester sein politisches Amt aus Händen gab, es einem Unwürdigen überlassend, war das Sanhedrin gezwungen, sich einen Vertrauensmann zu wählen, der dem Volk als sein Vertreter galt und ohne irgend welche Einmischung der Regierungen von Alexandria und Antiochia widerspruchslose Anerkennung fand. Das Aufgeben der politischen Befugnisse des Hohepriesters durch Onias II. war so die Veranlassung zum Aufkommen der Institution der Suggoth, der Paare. Die alte Würde ף S. II. Makkabäer 3.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.