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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 548

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 548)
Language
German
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456 Interesse, weil sie einen wertvollen Beitrag zur Illustration des ganzen Habitus der Partei liefern« In der Aera des zweiten Heiligtums lebten die Juden Palästinas mit Ausnahme eines einzigen Jahrhunderts in politischer Abhängigkeit von fremden Staaten, zuerst von Persien, nach dessen kläglichem Zusammenbruch für eine kurze Spanne Zeit von Makedonien, seit 320 von Aegypten, nach der Eroberung Cölesyriens durch Antiochus III. von Syrien und zuletzt, nach einem Jahrhundert der Selbständigkeit unter der Makkabäerdynastie, von den Römern. Dass diese Juden nur selten den Druck der auswärtigen Machthaber empfunden haben, ist nicht richtig, wohl aber, dass diese letzteren in den meisten Fällen, fast mit alleiniger Ausnahme der entsetzlichen Katastrophe von 320, nicht die volle Verantwortung für die Repressalien treffen kann; noch weniger natürlich die jüdische Nation selbst, die stets gegen ihre Oberherren die aufrichtigste Loyalität bewahrte, wie die bezeichnende Antwort des Hohepriesters an Alexander den Grossen *) zum Ueberflusse dokumentiert. Die Quelle aller Leiden und Drangsale stammt von den Erzfeinden Israels in der Umgebung Palästinas, vorzugsweise den Samaritanern, welche die normale Entwicklung des israelitischen Staates mit neidischen Blicken betrachteten und immerwährend auf Unheil sannen. Bald unternahmen sie feindliche Einfälle in das jüdische Gebiet, um die Aecker zu verwüsten und Gefangene wegzuschleppen, bald versuchten sie es mit Intriguen bei den oberherrlichen Regierungen, bald sahen sie sich nach geeigneten Verrätern unter den Juden selbst um. Schon unter Nehemia drohte dem jungen jüdisehen Staat unfehlbare Gefahr von inneren Verrätern, die im Dienste der Samaritaner standen. Aber der weise und energische Nehemia erkannte rechtzeitig die Gefahr und erstickte sie im Keime. Der unfähige Hohepriester Onias II. dagegen liess Joseph ruhig gewähren, liess ihn ungestört die Steuerpacht und gleichzeitig damit die politische Leitung des Staates an sich reissen. Einen offiziellen Titel legte Joseph sich allerdings nicht bei. Bein Oheim Onias verblieb, wenn auch ohne Einfluss, in seiner hohepriesterlichen Würde. Auf alle anderen Aemter, wenigstens l) 3• Mt. XI, 8, 3.

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