Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 545)
- Language
- German
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453 späteren Onias II., im Hohepriestertum und seinen Sekftlfjr Anti* gonns aus Socho im Vorsitz des Synhedriums. Im inneren Leben Palästinas trat unter diesen beiden Oberhäuptern keine Vejränderung ein. Die traditionelle Glaubenstreue wurde in der ganzen Bevölkerung unverbrüchlich bewahrt. Beim Zeitgenossen dieser Oberhäupter, Ben Sirach, der sich über alle Lebensverhältnisse verbreitet, findet sich auch nicht der leiseste Anklang an einen Wechsel in der religiösen Gesinnung der Nation. Seine ethischen Sprüche enthalten allgemeine Lebensregeln, die kerne Deutung auf aktuelle Fälle zulassen. Selbst Schiatter, dessen Auffassung über den Hellenismus unter den palästinensischen Juden sich in den gleichen Bahnen be wegt wie die von Grätz, Wellhausen und Schürer, gibt doch hinsachtlieh Sirachs zu, dass er nicht die geringsten hellenistischen Ein- Wirkungen verrät. ״ Seine (Sirachs) Ueberzeugung“ führt Schlatier (Israels Geschichte von Alexander dem Grossen bis Hadrian S. 68) aus, ״ist ihm durch die eigne, einheimische Tradition gegeben. Israel braucht nicht fremde Meister, .... In seinem lieberblick über die biblische Geschichte erneuert er nur den biblischen Stoff, ohne dass sich die Geschichtsforschung der Griechen bemerklich machte. Ebenso fehlt im Kap. 42, im Preis der Natur als des göttlichen Werkes, jede Einwirkung der griechischen Naturwissenschaft.“ Aristäus, den Ptolemäus Philadelphos zusammen mit dem Feldherrn Andreas an den Hohepriester Eleasar beordert hatte, um mit ihm über die Absendung von thorakundigen Greisen nach Aegypten zum Zwecke der Bibelübersetzung zu unterhandeln, entwirft in seinem Buche, in dem er die Geschichte der lieber- Setzung selbst, sowie die Eindrücke, welche er bei seinem Aufenthalte in Jerusalem gewann, niedergelegt hat, ein wahrhaft fesselndes und zugleich lehrreiches, interessantes Bild von der Pracht des Heiligtums, von der machtvollen, imposanten Erscheinung des Hohepriesters Eleasar und seiner glühenden religiösen lieberzeugungskraft, von dem ernsten, tiefen Pflichtbewusstsein samtlicher übrigen Priester, von der heiligen Ehrfurcht der jüdischen Besucher des Heiligtums, von der überragenden Grösse der Greise, welche von Eleasar für die Uebersetzung ausgewählt wurden, und von den vorbildlichen religiösen und sonstigen Zu-