Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 544)
- Language
- German
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452 löse Selbstverleugnung und Aufopferung für das göttliche Gesetz, die nur bei einer hingebungsvollen, wahrhaft idealen Eeligionstreue verständlich sind. ßer überaus harte Schlag, welchen Ptolemäus Lagi dem heiligen Lande versetzte, hätte vielleicht für immer tiefbedauer- Höhe Spüren hinterlassen, da der Staat noch jung und eben erst äüs dem Stadium des Werdens herausgetreten war. Doch glückliehÖHreise übernahm kürz darauf die Würde des Hohepriesters dei* erlauchte und edle Simon, zubenannt der Gerechte, dem allein es tthter allen seinen Vorgängern und Nachfolgern vergönnt war, die beiden höchsten Aemter im Staate in seiner Hand zu bereinigen, den Vorsitz im Synhedrium und das Hohepriestertum. Diesem än äusserer Gestalt, Seelenadel und Geistesgrösse gleich hervorragenden Oberhaupte gelang es in seiner mehr als vibrzig Jahre dauernden Amtszeit die tiefen Wunden, welche die füfchtbäre Katastrophe dem Lande geschlagen hatte, zu heilen ünÖ noch darüber hinaus einen Aufschwung zu erzielen. Simon stellte die von Ptolemäus geschleiften Festungsmauern wieder het, legte den Grund zur Errichtung einer umfangreichen Schutzmauer um das Heiligtum, liess alle Schäden im Heiligtum selbst äüsbeäserü uüd vertiefte die Quelle, aus der Jerusalem mit Wasser gespeist würde1). Infolge seines so segensreichen Wirkens er- Hätte sich das schwergeprüfte Volk von dem wuchtigen Schlage üiiä brhöb sich zu neuem Wohlstände. ßass Simon auch seinem zweiten Berufe als Vorsitzender im Synhedrium nicht allein innerhalb, sondern auch ausserhalb (lös KÖÜegiums, vor allem in den Lehrhausern, gerecht wurde, dielsä ei־ äüch das Thoralernen neu befruchtete und befestigte, zeigt sich in höchstberedter Weise in seinem Wählspruch oder, wiö kan es wohl nennen darf, in seiner Definition des irdischen Däbeiüs: ״Auf drei Dingen ruht die Welt“ lehrt Simon der Gerächte (Sprüche der Väter I, 2), auf der Verbreitung der Thora, auf dter Ausübung ihrer Gesetze und auf der Uebung von Liebeswerken.״ Nach seinem Ableben erhielt Simon zwei Nachfolger, seinen Brüder Eleasar, anstelle seines noch unmündigen Sohnes, des 1) S. Ben Sirach Kap. 50.