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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 536

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 536)
Language
German
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444 eine Partei von geldmächtigen und machthungrigen Individuen, die ihren Reichtum Sowohl wie ihren Einfluss nur durch die Macht ihrer Faust und den Raub ihrer Hände erlangten. Joseph und nach ihm seine Söhne waren ihre Häupter.“ Wie zutreffend diese Auffassung ist, dass Josephus hier nur die Beamten des Tobiassohnes im Auge haben könne und nicht das Volk, welches zu Joseph in keinen Beziehungen stand, beweist ein Passus in einem von Josephus (Alt. XII, 3, 3) erhaltenen Briefe Antiochus’ III. des Grossen (221—287) an seihen Feldherrn Ptolemäus vom Jahre 197 ungefähr1). Antiochus verzeichnet darin alle Vergünstigungen, die er den Juden infolge ihres lobenswerten Benehmens bei seinem Einzuge in Jerusalem ^zuteil werden liess, und sagt dabei u. a.: ״Auch will ich ihnen den dritten Teil aller Abgaben erlassen, damit sie sich von ihrem Elend erholen können“. Als Antiochus den Juden wegen c ihres Elends den dritten Teil ihrer Abgaben erliess, waren bereits sechs Jahre, seitdem Joseph die Pacht (203) niedergelegt hatte, verstrichen. Es ist nun nicht einzusehen, wann er die Juden aus מArmut und Unansehnlichkeit“ zu Wohlstand und Ansehen emporgehoben hat. Befanden sich die Juden sechs Jahre, nachdem er die Pacht aufgegeben hatte, in gedrückter Lage, wie Antiochus bezeugt, so kann man ihm doch nicht dreizehn Jahre darauf in seinem Nekrologe nachrühmen, dass er die Juden aus Armut und Not zu Reichtum und Ansehen verholfen hat? Wir sind jedoch Josephus für den sachlich unwahren Nekrolog zu Dank verpflichtet. Er verrät dadurch wiederum, aus welch einer trüben Quelle er seine Nachrichten über die Tobianer geschöpft hat. Dieselbe Quelle identifiziert wiederholt die Beamtenschar Josephs mit der Nation, um dadurch glauben zu machen, dass die ganze Nation in engem Konnex mit Joseph gestanden habe. In Wirklichkeit aber zog das Volk aus der Pacht keinen Nutzen, wenn es nicht gar in ähnlicher Weise behandelt worden ist wie das übrige Cölesyrien. Nur ein verhältnismässig *) Gleich nach der Schlacht an den Quellen des Paneion (198) durchquerte Antiochus ganz Cölesyrien, bei welcher Gelegenheit er auch Jerusalem streifte. Das Schreiben an seinen Feldherrn Ptolemäus, das von dem willkommenen Empfange in der jüdischen Hauptstadt ausgeht, muss mithin kurz darauf abgefasst worden sein.

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