Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 534)
- Language
- German
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442 nunmehr zu zahlen hatte, belief sich auf sechzehntausend Talente. Ausserdem versprach er alle von den rückständigen Steuerzahlern konfiszierten Güter dem Könige zur Verfügung zu stellen, während seine Vorgänger diese Güter für sich behalten hatten. Dass er diese enorme Pachtsumme noch obendrein mit einem gewaltigen Ueberscbusse wieder einbringen werde, bezweifelte er nicht, da er sich darauf vorbereitete, den Steuerzins bis auf die höchste Norm hinaufzuschrauben und ihn dann mit der erbarmungslosesten Strenge einzutreiben. In der richtigen Erkenntnis, dass ein solches Verfahren den Widerstand der syrischen Städte herausfordern müsse, erbat er sich vom Könige eine bewaffnete Macht von zweitausend Soldaten, die er natürlieh nach Bedarf auf eigene Kosten verstärkte. Er hauste in Cölesyrien wirklich wie eine wilde Bestie und nagte in den zweiundzwanzig Jahren seiner Pachtdauer das Fleisch der Steuerzahler bis auf die Knochen ab1). Wer den Versuch machte, die Steuer zu verweigern, wurde hingerichtet und dessen Vermögen wurde, dem Vertrage gemäss, der ägyptischen Staatskasse zugeführt. Auch vor Massenhinrichtungen scheute Joseph nicht zurück. In Askalonien und Skythopolis liess er eine ganze Anzahl vornehmer Bürger hinschlachten, weil sie vor ihm die Tore der Stadt gesperrt hatten. Durch diese rohe, unerbittliche Härte erwarb er sich einen fabelhaften Beichtum, der die Mitglieder seiner Familie auf Generationen hinaus zu Geldfürsten machte. Sie zeichneten sich indes nicht allein durch ihren enormen Besitz aus, sondern auch durch ihre politische Macht. Diese Macht stützte sich in erster Linie auf die Schar ihrer Anhänger, die eine einflussreiche Partei bildeten und denen wir die Bezeichnung ״Tobianer“ beilegen möchten. Der Kreis, aus dem sich diese Anhänger rekrutierten, ist nach unseren bisherigen Darlegungen klar genug zu ersehen; er ist zunächst kein anderer, als der der zahlreichen Steuerbeamten. Ein so umfangreicher Steuerbetrieb, wie er Joseph zufiel, ein Betrieb, der sogar eine bewaffnete Truppenmacht erforderte, konnte nicht von einer einzigen Person bewältigt werden. Es *) S. Josephus Alt. XU, 4, 9.