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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 533

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 533)
Language
German
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441 brachte in ihm den verräterischen Gedanken zur Keife, vermittels der Steuerpächt seinen Oheim zu verdrängen, um sich selbst an dessen Stelle zu setzen. Es kam ihm sehr zu statten, dass er mit dem priesterlichen Hause verwandt war; dadurch konnte er sich leicht Zutritt zum Gesandten verschaffen. In richtiger Ein- Schätzung des schwächlichen, wankelmütigen Charakters der Griechen, ihrer Empfänglichkeit für Schmeicheleien und Schmausereien, lud er Athenion zu sich ein, bewirtete und beschenkte ihn aufs reichlichste, umstrickte ihn durch sein schmiegsames und konziliantes Wesen und eröffnete ihm dann in einer vergnügten Stunde seine Absichten inbezug auf die syrische Pacht1). Der erste Schritt gelang Joseph vollkommen; mit um so grösserem Eifer verfolgte er jetzt sein Ziel weiter. Er verschaffte sich sofort Geld von seinen Freunden in Samarien, kaufte sich alles für die Reise Notwendige, in erster Linie natürlich kostbare Geschenke und begab sich dann nach Alexandrien. Athenion batte sein Versprechen gehalten. Er brachte sowohl dem König wie der Königin eine solch vorteilhafte Meinung von Josephs Eigenschaften bei, dass sie begierig wurden, ihn kennen zu lernen, und damit war diesem der Weg zur höchsten königliehen Gunst gebahnt. Durch die nahe Verwandtschaft mit dem hohepriesterlichen Hause, wo fremde Gesandtschaften ein- und ausgingen, mit den höfischen Manieren und Formen vertraut, durch seine ausgeprägte Charakterlosigkeit sich allen Verhältnissen leicht anpassend, war er unschwer imstande, sich in das Vertrauen des Königs zu setzen. Am entscheidenden Tage, an welchem die Steuerpacht Cölesyriens ausgeboten wurde, errang er den Erfolg durch einen effektvollen, etwas theatralischen Auftritt, der über seine bedenkliche, finanzielle Blösse hinwegtäuschte. Er hielt sich vorerst abseits* dann aber, als die Entscheidung herannahte, fiel er plötzlich mit einer um so heftigeren Scheltrede gegen die Eigennützigkeit seiner Konkurrenten ein, überbot sie um die horrende Summe von achttausend Talenten, und der König, der natürlich das erstaunlich hohe Uebergebot mit sichtlicher Zufriedenheit begrüsste, gab ihm den Zuschlag. Die Pachtsumme, welche er 1l Siehe den oben S. 425 wiedergegebenen Bericht des )osephus (Alt. XII, 4, 2).

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