Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 530)
- Language
- German
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438 Sprüchen durfte, nämlich die Steuerpacbt. Diese Möglichkeit ist aber deshalb völlig ausgeschlossen, weil sie Joseph infolge eines Wechsels in der politischen Konstellation bereits ungefähr zwanzig Jahre vor seinem Tode eingebösst batte1)• Sein Heimgang er״ folgte ungefähr im Jahre 184, die Pacht dagegen verlor er schon um das Jahr 203. ״Damals“, erzählt Josephus (Alt. XII, 4, 10), ״herrschte in Asien Seleukus mit dem Beinamen Philopator (187—175 ante), ein Sohn Antiochus’ des Grossen. Um dieselbe Zeit starb des Hyrkanus Vater Joseph.“ Dagegen schreibt Josephus anfangs dieses Kapitels (XII, 4, 1) über die Pacht: ״Darauf schloss Antiochus mit Ptolemäus ein Freundschaftsbündnis, gab ihm seine Tochter Kleopatra zur Ehe und trat ihm Cölesyrien, Samaria, Judäa und Phönizien in Form einer Mitgift ab. Da nun die Steuern sich unter die beiden Könige verteilten, kauften die Vornehmsten in jeder Stadt die Abgaben an, trieben die ganze Steuer ein und zahlten den Königen die ihnen zukommende Summe aus“. Die hier geschilderten Ereignisse trugen sich erst im Jahre 196 zu. Doch Joseph muss schon ungefähr sieben Jahre vorher, um den Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Syrien und Aegypten, die Pacht verloren haben. Jedenfalls waren bei seinem Tode (184) bereits zwölf Jahre verflossen, seitdem ihm die Pacht entzogen worden war. Die Eventualität, dass sie im gleichen Jahre 184 das Motiv zu einem Bruderkriege geliefert habe, ist demnach völlig ausgeschlossen. Es unterliegt daher keinem Zweifel, dass der wirkliche Grund zur Uneinigkeit unter den Brüdern die politische Hinterlassenschaft des Vaters gewesen ist. Joseph begnügte sich durchaus nicht mit seinem ungeheuren Reichtum, sondern legte auch auf die Staatsgewalt Beschlag. Da seine Söhne schon bei seinen Lebzeiten entzweit waren2), musste unter ihnen unmittelbar nach seinem Tode ein heftiger Streit um die Erbfolge ausbrechen. Warum aber unterdrückt Josephus dieses so enorm wichtige historische Faktum? Einzig und allein aus dem Grunde, weil die sadduzäische Urquelle, welche ihm als Unterlage diente, alles נ) Siehe daselbst S. 179 und 191. ף S. Alt Xü, 4, 6,7 und 8.