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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 528

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 528)
Language
German
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436 weit auseinander. Sie wollten in Alexandrien Geschäfte machen, die gar nicht von Gunst abhingen, sondern von dem Preis, den sie zu bieten vermochten; er dagegen kam als bittender Vertreter eines in Angst sich abhärmenden Volkes. Was für eine Ursache konnten sie gehabt haben, ihn zu beneiden und Aerger darüber zu empfinden, dass er seinen Zweck erreichte, dass der König der jüdischen Nation verzieh und sich dem von ihr abgeordneten■ Gesandten huldreich erwies? Hatte Joseph wirklich mit seiner Reise nach Alexandrien gar kein anderes Ziel verfolgt, als das, dem Volke aus der Bedrängnis, in die es durch Onias geraten war, herauszuhelfen, so ist es wahrlich nicht einzusehen, wie es den Steuerpächtern und gerade ihnen — denn nur sie hebt Josephus hervor — einfallen konnte, dem Joseph diese Ehre zu missgönnen und in Eifersucht darüber zu geraten. Die wahre Sachlage ist eine ganze andere, als Josephus sie in der Vorgeschichte darstellt♦ Wenn die Steuerpächter, wider alles Erwarten, den Tobiassohn schon beim ersten Zusammentreffen anfeindeten, so geschah es gewiss nicht umsonst. Nicht, wie es bei Josephus heisst, zum Wohle, sondern zum unsagbaren Schaden seiner Volksgenossen, in seinem eigensten, selbstsüchtigen Interesse machte er die lange Reise nach Alexandrien. Ihn hat nichts anderes nach dem* Lande der Pharaonen gelockt als das Steuergeschäft, das ihm wirklich zugefallen ist, und die daraus resultierende Allgewalt im jüdischen Staate. Die Steuerpächter wussten, dass er ihr Konkurrent sei, da er als solcher die Reise antrat. Josephus stellt seine Begegnung mit den syrischen Pächtern als zufällig hin1); in Wahrheit war das Zusammentreffen mit den anderen Pächtern ganz natürlich und selbstverständlich. Da er auf die Pacht ausging, musste er denselben Zeitpunkt für die Reise wählen, an dem auch alle anderen Pächter hinfuhren. Die Samaritaner waren ebenfalls in seine Pläne eingeweiht und daher rührte ihre sonst so befremdende Freigebigkeit. Die ganz verkehrte Darstellung des Josephus stammt ohne Zweifel aus einer sadduzäischen Quelle, wie Josephus überhaupt l) S. oben Seite 426: ״Es traf sich u. s. w.

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