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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 521

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 521)
Language
German
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429 letztere Behauptung brauchen wir nicht einzugehen, da Stark den Beweis für sie schuldig bleibt. Sein erstes Argument für Josephs Persönlichkeit lautet dahin, dass er mit den Samaritern, den unversöhnlichsten Feinden der Juden, innige Freundschaft gepflegt und sogar die Reisekosten nach Aegypten von ihnen geliehen habe. Stark hat aber übersehen, dass es bereits in der persischen Periode Juden gegeben hat, die sich sogar mit den Völkern aus der Umgebung Palästinas, Ammonitern, Moabitern und Samaritern, verschwägert haben 1). Schon damals gab es in Judäa Verräter, welche sich von den Samaritern verführen Hessen2), die unter der aufopferungsvollen Leitung des Nehemia ins Werk gesetzte und mit Eifer betriebene Ausbesserung aller Schäden sowie Konsolidation aller Verhältnisse zu verhindern bezw. hintanzuhalten, Verräter, die sich sogar als Propheten aufspielten, um desto stärkeren Glauben für ihre falschen Angaben zu erwecken3). Abtrünnige und Verräter gibt es zu jeder Zeit, mit und ohne Hellenismus. Der zweite Beweis Starks für Josephs hellenistische Sympathien, nämlich, dass er es nicht verschmäht habe, im Königspalaste zu Alexandrien zu wohnen, ist uns ganz und gar unverständlich. Es haben ja die erlesensten Männer Israels, welche sein Stolz nnd seine Zierde waren und es zu allen Zeiten bleiben werden, nicht nur vorübergehend, sondern dauernd in den Königspalästen gewohnt und sogar wichtige Aemter am Hofe bekleidet, die sie bleibend an ihren Dienst fesselten., Daniel, Mischael, Chananja und Asarjah haben am babylonischen Hofe gewohnt, Nehemia war königlicher Mundschenk am persischen Hofe4), um nur einige Beispiele zu nennen. Starks weitere Argumente, dass Joseph an der königlichen Tafel teilgenommen und um eine Hoftänzerin gebuhlt habe, stehen, ebensowenig wie die früheren, in irgend einer Beziehung zum Hellenismus. Wollen wir diese Ausschreitungen als Hellenismus *) Siehe Esra 9, 1 und Nehemia 13, 27. 2) Siehe Nehemia 6, 10 und 17. s) Siehe Nehemia 6, 10. 4) Siehe Daniel 1 und Nehemia 2,1.

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