Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 520)
- Language
- German
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428 nüchternen Geldgeschäften Kunde gibt, auf gar keine Anhaltspunkte, die auf irgendwelche hellenistische Tendenzen bei ihm schlossen lassen. Der Bericht weist schon äusserlich zwei Bestandtteile auf, die fortwährend in einander fliessen. Der eine erzählt von Josephs persönlichen Gepflogenheiten, der andere von seiner politischen Tätigkeit, an der die jüdische Nation sehr stark beteiligt ist. Die gemeinsamen Züge seines Charakters, welche beide Bestandteile durchziehen, sind Habsucht und Gewissenlosigkeit, sowie eine zynische Rücksichtslosigkeit, die vor keinem Mittel zurückscheut und unerschrocken auf ihr Ziel lossteuert. Anzeichen von hellenistischen Bestrebungen lassen sich dagegen in dieser Urkunde nicht wahrnehmen. Forscher, welche das Eindringen des Hellenismus in Palästina von Joseph datieren, wollen dieses Faktum schon aus seinem privaten Betragen eruieren, wie es uns in dem obigen Berichte entgegentritt. Stark (Gaza und die philistäische Küste, S. 417) führt folgendes aus: ״Gehen wir nun auf den materiellen Gehalt der Erzählung ein, so ist es klar, dass Josephos sowohl als sein Sohn Hyrkanus, so bedeutend in ihnen der echt jüdische kaufmännische Spekulationsgeist hervortritt, ebenso sehr dem helllenistischen Wesen sich genähert hatten, und dies durchaus mit seinem Glanz seiner Bildung zu verbreiten suchten, dass sie daher oppositionell erschienen zu der bereits dem Philopater schroff gegenüberstehenden Altgläubigkeit. Denn Josephos hat seine Freunde in Samarien, dem hellenistischen Mittelpunkte Palästinas, dem Hauptfeinde Jerusalems, er leiht von ihnen Geld, er verschmäht es nicht im Königspalaste (iv rotg ßaodsioig) zu Alexandrien zu wohnen, am Tische des Königs zu essen, mit ihm zu pokulieren, ja der Tänzerin, jener äTloyvlog zu begehren, er sucht seinen sieben Söhnen eine gute Erziehung zu geben (7zqdg xovg noLiöeveiv tots So^olv H%ovtols) die aber nicht anschlägt. Diese bleiben vielmehr in abgeschlossener jüdischer Weise.“ Stark fixiert in diesen Zeilen zwei Tatsachen, einmal dass Josephs Wesen selbst auffallend hellenistisch gefärbt, sodann dass er bestrebt gewesen sei, seine hellenistischen Tendenzen unter dem Volke zu verbreiten, dass also der Hellenismus im jüdischen Volke tiefe Wurzeln geschlagen habe. Auf diese