Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 519)
- Language
- German
- Belongs to
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427 und dem Könige noch dazu die Guter derjenigen auszuliefern, die sich gegen sein Haus vergehen würden. Denn das wurde ebenfalls zugleich mit den Steuern vergeben. Der König vernahm dieses Gebot mit Freuden und gab dem Joseph, der seine Einkünfte so gewaltig vermehren wollte, den Zuschlag, nachdem er ihn noch gefragt hatte, ob er auch Bürgen stellen könne, )oseph beeilte sich hierauf zu erwidern: ״Ich will euch so gute und ehrenwerte Bürgen stellen, dass ihr kein Misstrauen zu hegen braucht*. Als der König ihn nun ersuchte, dieselben zu nennen, sagte er: «Dich selbst, o König, und deine Gemahlin stelle ich als Bürgen, jeden für seine Hälfte*. Hierüber lachte Ptolemäus und schlug ihm die Steuern ohne Bürgen zu. Das war nun den anderen, die aus den Städten nach Aegypten gekommen waren, gar nicht recht, da sie sich benachteiligt glaubten, und sie kehrten beschämt nach Hause zurück. Joseph bat sich dann vom Könige Hilfe aus, um diejenigen, weiche die Abgaben verweigern würden, zwingen zu können, worauf der König ihm zweitausend Fußsoldaten zur Verfügung stellte. Hierauf lieh )oseph sich von den Freunden des Königs zu Alexandria fünfhundert Talente und brach nach Syrien auf. Als er aber nach Askalon kam und von den Bewohnern der Stadt die Steuern forderte, verweigerten diese nicht blos die Zahlung, sondern lästerten ihn noch obendrein. Joseph liess darauf gegen zwanzig ihrer Vornehmen verhaften und hinrichten, ihr Vermögen aber, welches fast tausend Talente betrug, sandte er an den König und erstattete ihm zugleich Bericht über den Vorfall. Ptolemäus wunderte sich über seine Ehrlichkeit» billigte das Geschehene und gab ihm in allem unbegrenzte Vollmacht. Als die Syrer das hörten, erschraken sie gewaltig, und da sie an der Hinrichtung der Askalonier ein Beispiel dafür hatten, was den Widerspenstigen bevorstand, öffneten sie die Tore, nahmen den Joseph bereitwillig auf und entrichteten die Steuern. Hur die Bewohner von Skythopolis wagten es, ihn zu schmähen und die Abgaben zu verweigern, die sie sonst ohne Anstand entrichtet hatten. Joseph aber liess auch ihre Vornehmen hinrichten und schickte deren Vermögen dem Könige ein. Als er nun so eine Menge Geld zusammengebracht hatte, verblieb ihm nach Bezahlung des Pachtpreises noch ein ansehnlicher Gewinn, den er zur Befestigung seiner Macht verwandte, da er es für klug und vorteilhaft hielt, mit seinem Reichtum sich sein Glück zu begründen. Er sandte also heimlich Geschenke an den König sowie an dessen Gemahlin, Freunde und Günstinge, um sich ihr Wohlwollen zu erhalten*. Dieser schwerreiche Joseph, fortan Joseph der Pächter genannt, sowie seine engere Familie, seine Söhne, die Josephns nach dem Stammvater Tobias Tobiaden nennt, sind die Urheber und Begründer und zugleich die Häupter der Partei, welche nach Ansicht der oben genannten Forscher einen ausgeprägt hellenistischen Charakter trägt. Was Joseph selbst anbetrifft, so stösst man eigentlich in dem vorstehenden Berichte, welcher fast ihm allein gewidmet ist und im wesentlichen von