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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 518

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 518)
Language
German
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426 diesen Trost stattete das Volk dem Joseph seinen Dank ab. Dieser verliess sodann den Tempel, nahm den Gesandten des Ptolemäus gastfreundlich auf, beschenkte ihn reichlich und bewirtete ihn viele Tage lang glänzend. Hierauf liess er ihn zum Könige vorausreisen und sagte, er werde ihm bald folgen. Denn er verlangte jetzt um so mehr danach, zum Könige zu kommen, weil der Gesandte ihn zu der Reise nach Aegypten ermuntert und versprochen hatte, er werde ihm alles erwirken, was er von Ptolemäus erbitten wolle. Josephs freigebiges und besonnenes Wesen hatte ihn nämlich mit grosser Freude erfüllt Als der Gesandte nach Aegypten kam, erzählte er dem Könige von des Onias schmutzigem Geize sowie von Josephs Herzensgute und fügte hinzu, der letztere wolle selbst zu ihm kommen, um für das Volk, dessen Sachwalter er sei, Fürbitte einzulegen. Er lobte dann den Jüngling so sehr, dass der König und seine Gemahlin Kleopatra schon im voraus für diesen eingenommen wurden. Joseph lieh sich unterdessen von seinen Freunden in Samaria Geld, verschaffte sich alles, was zur Reise erforderlich war, Kleider, Becher und Maultiere, und begab sich nach diesen Vorbereitungen, die einen Aufwand von zwanzigtausend Drachmen nötig gemacht hatten, auf den Weg nach Alexandrien. Es traf sich nun, dass um jene Zeit die Vornehmsten aus den Städten Syriens und Phöniziens ebenfalls dorthin zogen, um die Er* hebung der Steuern zu pachten, die der König alljährlich an die angesehensten Männer jeder Stadt ausbieten liess. Als diese unterwegs den Joseph trafen, verspotteten sie ihn wegen seiner Dürftigkeit. Joseph aber ging, als er nach Alexandria kam und hörte, der König befinde sich in Memphis, demselben dorthin entgegen. Der König sass grade;mit seiner Gemahlin und seinem Freunde Athenion, der eben jener von Joseph so gastfreundlich aufgenommene Gesandte war, im Wagen, als Athenion den Joseph erblickte und den König darauf aufmerksam machte, das sei der gefällige und edle Jüngling, von dem er ihm nach seiner Rückkehr aus Jerusalem erzählt habe. Da begrüsste Ptolemäus ihn sogleich und lud ihn ein, in seinen Wagen zu steigen. Kaum sass Joseph darin, als der König über das Benehmen des Onias zu klagen anfing. Joseph aber entgegnete ihm: ״Du musst ihm das mit Rücksicht auf sein Alter nachsehen. Es kann dir ja nicht unbekannt sein, dass die Greise genau so denken wie die Kinder. Wir Jüngeren dagegen werden dir in allem so entgegenkommen, dass du nichts zu tadeln haben wirst“, lieber diese Höflichkeit und Liebenswürdigkeit hocherfreut, fasste der König jetzt, da er Joseph persönlich kennen gelernt hatte, eine noch grössere Neigung zu ihm, sodass er ihn im Palaste wohnen liess und täglich zur Tafel zog. Als nun der König wieder nach Alexandria kam, sahen die syrischen Vornehmen den Joseph an seiner Seite sitzen, was sie sehr verdross. Am Tage der Steuerverpachtung boten nun die Vornehmsten jeder Stadt auf die Steuern derselben. Achthundert Talente waren schon auf die Abgaben von Syrien, Phönizien, Judäa und Samaria geboten, als Joseph hinzukam und den Bietern Vorwürfe darüber machte, dass sie so wenig für die Steuern geben wollten. Er selbst versprach dann das Doppelte zu geben

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