Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 515)
- Language
- German
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423 in deD tosenden Strudel mit hineingerissen haben« Das sieggekrönte Hellenentum musste auch das jüdische Volk in seinen Bann locken; wenigstens ein Teil der palästinensischen Bevölkerung wird sich des auf sie einstürmenden Einflusses nicht haben erwehren können und ihm unbarmherzig erlegen sein. Diesen Gedankengang verfolgen in Wirklichkeit sämtliche Ge• Schichtsschreiber« Die verschiedensten Autoren, welche diese Periode behandeln, sind sich darin einig, dass der jüdische Hellenismus, wie sie ihn nennen, unmittelbar von dem allgemeinen herzuleiten sei. Als Ausgangspunkt für ihre Darstellungen nehmen alle diese Autoren demgemäss ganz folgerichtig die Verhältnisse in Asien. Sie schicken die Umwandlung im Orient, wie sie durch das Griechentum herauf beschworen worden ist, als notwendige Prämisse voraus, um dann durch einen mehr oder minder hervorstechenden Uebergang, der mit dem stereotypen Wörtchen ״auch“ einsetzt, die Ereignisse bei den Juden anzuschliessen. ״Auch das altneue Israel“ schreibt Ewald (Geschichte des Volkes Israel“ 1864, IV, 288) wurde durch diesen Sturm und seine Nachwirkungen bald weit gewaltiger verändert als durch die persische Oberherrschaft .... Und es war seit alten Zeiten genug gebildet und vorbereitet, auch durch neuere Schicksale erregt und gespannt genug, um auch dem eigentümlichsten Wesen des griechischen Geistes nicht fremd zu bleiben, von seinem Zauber sich mächtig angezogen zu fühlen, ja bald mit ihm in allem zu wetteifern.“ Desgleichen Wellhausen in seiner ״Israelitischen und jüdischen Geschichte“ (1895, S. 230): ״Auch Jerusalem blieb von den Wellen der neuen Zeit auf die Dauer nicht verschont. Es lag mitten in der Welt, es stand in lebhaftestem Verkehr mit Alexandrien, mit den Philistern und mit der Diaspora“« Noch nachdrücklicher äussert sich im gleichen Sinne Schürer (״Geschichte des jüdischen Volkes“, 1901, S. 187): ״Neben dieser gesetzlichen Richtung gingen aber in Palästina seit der Zeit Alexanders des Grossen Einflüsse und Bestrebungen ganz anderer Art einher .... die Tendenzen des Hellenismus. Es war der grossartige Plan Alexanders gewesen, ein Weltreich zu stiften, das nicht nur durch die Einheit der Herrschaft,.