Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 507)
- Language
- German
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415 des potoischen Reiches1) wenig oder gar nicht vertreten gewesen zu sein. Nur eine einzige wenig besagende Mitteilung ist uns geblieben2). Die Privilegien der Posener Apotheker erstreckten sich natürlich auf Juden nicht, wie ja auch letztere der Gilde der Posener Kaufleute nicht angehören durften, in die die Apotheker eingereiht wurden. In Meseritz verbot ihnen König Wladislaus IV. 1637 auf Betreiben des Apothekers den Verkauf von A poth eker waren 3). Aerztinnen werden nicht genannt, wiewohl sie in Deutschland und in der Türkei hie und da vom vierzehnten bis zum siebzehnten Jahrhundert erwähnt werden4). Dem Hebammenwesen wurde grosse Aufmerksamkeit geschenkt. 1675 wurde eine solche mit dem Monatsgehalte von einem und 1712 eine solche mit dem Wochengehalte von einem Gulden und dem Ansprüche auf Befreiung von Gemeindesteuern in Posen angestellt. In Wronke wird 1654 eine Hebamme genannt und in Flatow 1720, 1787, 1759 und öfter. Von ihrer Vorbildung wird nichts gesagt. Sie nahmen aber eine geachtete soziale Stellung ein und genossen manches Vorrecht im Ghetto. *) In Wladimir 11m 1590 (Benjakob, Thesaurus Buchstabe □ Nr. 423), Kowno 1559 (lew. Enc. VII 566), Krakau 1644 (Wetstein, Materialien zur Gesch. der Juden in Polen S. 21), 1721 (derselbe, Quellenschriften zur Gesch• der Juden in Polen S. 29, 51), Brzezany 1716 (Buber, אנשי שם S. 142). Ueber Hamburg s. Grunwald, Mitteilungen zur jüd. Volkskunde 1911 S. 127, Fürth s. Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden in Deutsch! 11, 88, Prag das. V 374, Türkei s. Monatsschr. 1912 S. 384. 2) Krotoschiner Totenbuch a. a. O. Nr. 203 דבקה ב״ם מאלף אפטיקר ohne nähere Bezeichnung. 3) Lukaszewicz, histor.-statist. Bild der Stadt Posen a. a. O. 1 232 ff., Lewin, Gesch. der Juden in Lissa S. 141, Heppner-Herzberg S. 623, Provinz!- alblätter a. a. O. Heft VII S. 104. 4) In Frankfurt a. M. von 1393 bis 1499 (Horovitz, jüdische Aerzte in Frankfurt a. M., Frankfurt a. M. 1886, S.9), in Breslau 1534 (vgl. oben Anm. 2), 1542 ״Frau מוראדא Doktorin der freien Kunst der Arznei, wohnhaftig zu Gunsburg“ (Steinschneider, Catal. Bodlejan. S. 522); die Rabbinerin Neminissei (?) starb in Prag 1594 (Lieben, Gal-Ed, Prag 1856. S. 28). Um 1602 arztete in Constantinopel die Frau des Salomo Aschkenasi (Levy, Don Josef Nasi, Breslau 1859, S. 10), 1789 in Friedberg eine rJudendoktorin14 zweifeihafter Art (Israelit, 1912 Nr. 26 S. 5).