Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 494

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 494)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3486266-3486283--3997-3490364
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

402 David Abrahamson, der bereits genannte Arzt in Danzig und Hasenpoth, veröffentlichte 1785 in Königsberg ״Betrachtungen eines Arztes am Krankenbette seines Patienten“. Die Promotionsschrift des gleichfalls behandelten Dr. Levi, betitelt ״über die Sorge um Reinlichkeit“, bespricht die Reinheit der Luft, der Nahrung, des Körpers und die Bemühungen der Magistrate und Einzelner um die Sauberkeit 1). Chajim aus Lissa liess 1771 in Frankfurt a. d. 0. in deutscher Sprache sein ״Azirath ha-Maggephah“ drucken, eine Sammlung von Hülfs- und Heilmitteln gegen Seuchen, zu welcher die ״Hauptärzte“ Berlins ihre Approbation erteilten♦ Sie ist allerdings dem Büchlein nicht beigedruckt2). Vielleicht reicht noch in die polnische Zeit zurück der Verfasser des Buches ״der Hausarzt oder Regeln zur Erhaltung der Gesundheit und bei einer zustossenden Krankheit sich durch Heilmittel zu heilen, von Michaelis, ausübender (sic) Arzt zu Posen. Erster Teil 96 Kapitel, zweiter Teil 40 Kapitel (125 Seiten)“. Das Werk, in deutscher Sprache geschrieben, war noch 1896 handschriftlich vorhanden, ist aber bereits 1812 in Breslau gedruckt worden3). XL Diesem hellen und anmutenden Bilde fehlen freilich auch die Flecken und dunklen Punkte nicht. Der Arzt Sebastian Sleszkowski, ein gebürtiger Grosspole, der seit 1622 zumeist in Kalisch lebte, verlegte zweimal den Schauplatz seiner literarischen Anfeindungen gegen jüdische Aerzte nach Grosspolen, nachdem er sie und die Juden überhaupt schon vorher vom Ermland aus heftig angegriffen hatte. 1623 liess er in Kalisch ein Buch über die Pest erscheinen, in welchem er die jüdischen Aerzte anklagte, dass sie systematisch ihre katholischen Patienten zu vergiften suchten, und sagte, dass ״nur die Willfährigkeit der Regierung gegen die Juden die Ursache der Strafe des Himmels sei, dass die Seuche sich verbreite“. Auch den Adel und die städtischen *) Jew. Enc. I 124, Gasiorowski a. a. O. III 242. Lewin, Gesch. der luden in Lissa S. 156. Mir lag das Exemplar der Stadtbibliothek in Frankfurt a. M. vor. 3) H. Engels Buchhandlung, Katalog Nr. 2, Berlin 1896, hebräischer Teil Nr. 267, Monatsschrift XXX 382.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.