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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 491

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 491)
Language
German
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399 sichts und sonsten gefallen und verhoffet nächst göttlicher Hülf durch deine Geschicklichkeit, Eath, Mühe und Fieiss . . . zu ge« nesen“ 1). Mose Kalisch weist in seinem ״Jeruschatb Mosche“ 1677 auf seine längere ärztliche Tätigkeit hin. Er hatte unbedingtes Vertrauen auf die heilende Kraft seiner medizinischen Mittel. Sein nicht zu erschütterndes Gottvertrauen und seine aufrichtige Frömmigkeit glaubten sich des göttlichen Beistandes sicher. Ein sonniger Humor bricht sich in dieser Schrift zuweilen Bahn 2). Der häufig auftretenden Pest scheinen auch diese Aerzte ohnmächtig gegenüber gestanden zu haben. 1710 wurden in Flatow von dreien der eine samt Frau und zwei Kindern sowie der Sohn und die Mutter des zweiten, anscheinend auch der dritte samt Frau und Kind Opfer der Seuche 3), wie ja auch den P 0 s e n e r Baruch dasselbe Geschick ereilte. Wolf Winkler wurde mehrere Male von seinem Schwager, dem Eabbiner R. Meir b. Eljakim Götz in Lask und Petrikau, wegen eines Augenübels um Heilung angegangen. Er wollte aber, wohl aus Vorsicht, an dem Patienten nicht viel Heilversuche vornehmen. ״Den Grund weiss ich nicht“, sagt R♦ Meir. Schliesslieh wandte er sich nach Breslau, um Heilung für sein Leiden zu suchen; auch hier zeitigte eine mehrwöchentliche Behandlung seitens der Arzte keinen Erfolg4 5). 1764 gaben die L i s s a e r Aerzte ihr Votum dahin ab, dass die Farbe der Augen eines Menschen sich verändern könne, wenn er krank oder auf Reisen gewesen sei, und 1765 wird die gynäkologische Diagnose eines derselben mitgeteilt 6). Aus späterer Zeit besitzen wir eine ebensolche, wie es scheint, aus der Gegend von Tirschtiegel6). Leon Elias Hirschei ״boten die nach seinen Schilderungen bei polnischen Juden und Christen gleichermassen ausgebreiteten *) Jolowicz a. a. O. 2) ,103 ,67—58 § ירושת משד, Titelblatt. 3) Flatower Protokolibuch a. a. O. S. 87 a, b. 4) Responsen אבן השהם, Dyhernfurth 1733, Vorwort und Approbation. 5) Die Quellen bei Lewin, Gesch. der Juden in Lissa S. 155 Anm. 3 6) דרשות גבר״י תשובות גבר״י des Tirschtiegeler Rabbiners R. Gabriel ha- Cohen, Frankfurt a. d. O. 1826, S. 29a.

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