Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 483)
- Language
- German
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391 Ueber den Lowiczer Dr. Frankenstein wird 1793 gesagt, ״dass der Woiwode Graf von Dambski, einer der angesehensten unter den südpreussischen Edelleuten, sieh selbst zu seinem Besten interzediert hat1״). Dr. Wolff in Posen war polnischer Hofrat. Seiner wird in einem Berichte des Generals von Moellendorff und des Ministers von Danckelmann an den preussischen König und das Ministerium 1793 als ״des die Umstände der Einwohner wohl kennenden und seiner gemeinnützigen Denkungsart wegen rühm■ lieh bekannten Doctoris Wolff״ gedacht. Diese beiden Commissare für die Besitznahme Südpreussens schlugen auch seine Ernennung zum Geheimen Rat vor. Von medizinischer Seite erfährt er folgende Beurteilung: ״Es war der Kammer kein Zweifel, dass als erstes ärztliches Mitglied des zu gründenden Collegii medici unter den ärztlichen Persönlichkeiten Posens nur einer in Betracht kommen konnte: Der in jeder Hinsicht hervorragende Dr. Wolff. Die beste Fachbildung, die grösste Kenntnis der Provinz und ihrer Anstalten, das allgemeine Zutrauen des Publikums werden ihm gleichmässig nachgerühmt; er ״gehört zu denen Männern, von welchen sich aus Liebe zum allgemeinen Wohl ein thätiges Bestreben zur Erreichung des Vorgesetzten Endzweckes erwarten Mess״. Man beschloss, ihn als ״ersten Assessor״ zu wählen, sich jedoch vorher seiner Zustimmung zu versichern. Diese war ziemlich schwer zu erreichen, es machte alle Mühe, ihn zum Eintritt in das Collegium medicum zu bewegen. Ein gewisser Bürgerstolz, eine gewisse Scheu vor dem Beamtentum scheinen ihn zurückgehalten zu haben, er stellte endlich ganz bestimmte Bedingungen, u. a. dass man von Juden gehört, ob es der Jüngere auch thut, weiss ich nicht.“ Ergän* zen wir hierzu, was Dr. Wolff am Schlüsse seiner Begutachtung des■ selben Berichtes sagt: ״Warum will aber Sobemheim nicht bey seinen eigenen Glaubensgenossen gehen, wenn sie ihm nicht 12 Groschen für die Visite bezahlen?“ Auch die Mitteilung über Wongrowitz und Schokken verdanke ich Herrn Dr. Kassel. Herr Archivdirektor Prof. Dr. PrümersPosen hielt S. in einem Schreiben an mich vom 29. IV. 1911 für einen Christ. Er übermittelte mir auch frdl. die Nachricht über 1815 aus der ״Zeitung des Grossherzogthums Posen“ 1815 Nr. 50. Die erwähnten ״Actau scheinen beim Posener Medizinal-Collegium zu liegen und sind mir bisher noch nicht zugänglich gewesen. ') Das Jahr 1793 S. 630.