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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 482

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 482)
Language
German
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390 das Zutrauen des Publikums zu ermitteln gesucht“ wurde, rückten auch jüdische Aerzte vereinzelt zu Physikatsstellen auf. Der ge״ nannte Gumpert wurde Kreisphysikus in Meseritz und Franken״ stein in Lowicz. Als solcher wies der erstere 1798 die Communen des Birnbaumer Kreises durch Zirkular auf die Wichtig״ keit der Ausbildung von Hebammen hin und suchte sie zu veranlassen, die mässigen Kosten für deren Unterricht aufzubringen. Dr. Sobernheim, Stadtphysikus in Posen zu Beginn der südpreussischen Zeit, war allem Anscheine nach damals Jude. Er führte den Beinamen ״junior“ und ist nicht mit dem am 22. Dezember 1820 in Posen verstorbenen Dr. S. Sobernheim senior identisch, der 36 Jahre dort wirkte, aus Zülz in Oberschlesien stammte, 1815 sich für diejenigen jüdischen jungen Leute ver״ wendete, die zu den Fahnen eilen wollten, ״ein Helfer der Armen und Hülflosen, minderjährige Erben hinterliess, deren Lage bedauernswürdig war. Für die Erben verwendete sich besonders der Medizinalrat und Physikus Herr Freter, der an die (Gemeinde-) Aeltesten für sie eine Eingabe machte. Sie bestimmten zwei Thaler wöchentlich für seine Kinder auf 12 Jahre, um wenig״ stens einigermassen ihren hilflosen Zustand zu mildern“. Von dem Stadtphysikus Sobernheim ist ein eingehender Bericht über die sanitären Verhältnisse Posens im Jahre 1797 veröffentlicht worden, der ״im Posener Medizinalkollegium im wesentlichen volle Billigung und Anerkennung fand״. Er missbilligt die frühe Totenbestattung bei den Juden. Zwei Jahre später wird er in der Liste der Kreisphysiker für Wongrowitz mit dem Amtssitze in Schokken geführt. Mit Bestimmtheit tritt die bis״ her unerwiesene Behauptung auf, dass er zum Christentum übergetreten sei1). l) Zeitschr. der hist. Ges. VIII 319 f., 324, XXIII 94,127 ff., das Jahr 1793 S. 632, Posener Gemeindebuch I S. 92 b, III S. 84. Ueber Freter s. Zeitschr. der hist. Ges. XXIV 43. Dr. med. Samuel Sobernhein in Zülz wird als Vater des in Frankfurt a. d. O. am 21. Februar 1786 immatrikulierten cand. med. Salomo Sobernheim genannt (Frankfurter Universitätsmatrikel II 405). Die Grabschrift S\s war nicht zu erlangen. Herr Dr. med. Kassel״Posen stutzt seine Mitteilung an mich, dass Sobernheim junior 1797 Jude war, auf folgendes. In den ״Acta betr. d. Einrichtung des Collegii — Medici .... Sanitatis“ schreibt Dr. Wybers zum Berichte Sobernheims: ״Das Sobernheim senior nicht eher gehen will, bis der Jude 12 Gr. hinlegt, habe ich selbst

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