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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 480

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 480)
Language
German
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388 k fil 1 >־;11!•» Aach hier weiss sein neuester Biograph1) das Lebensbild ^*mit blähender Phantasie zu schmücken, ohne e ine Quelle zu nennen, ״Dieser gelehrte und befähigte Arzt des XVII. Jahrhunderts“, heisst es dort, ״stammte aus K a 1 i s z und hielt sich ständig in seiner Vaterstadt als ein sehr gesuchter Arzt auf. Es ist unbekannt, wo er seine Ausbildung genossen hat, wahrscheinlich in Deutschland. Mojzesz hat sich nicht nur mit seiner Praxis beschäftigt, da er die Wissenschaften liebte, arbeitete er auch auf dem Gebiete der Literatur« Von seinen vielen Werken ist am meisten bekannt: ״Jeruszath Mosze“ (die Erbschaft Mosae) medizinischen Inhalts, es ist dies vielmehr eine Art von Farmakologie. Es ist in deutscher Sprache in Prag in Böhmen im Jahre 1677 im Druck erschienen, ebenso [in demselben Jahre in Frankfurt am Main und etwas später auch in Wilmersdorf. Ein anderes seiner Werke, ebenfalls medizinischen Inhalts, das gleichsam eine Fortsetzung des vorherigen bildet und zugleich auch von den ansteckenden Krankheiten handelt, erschien unter dem Titel: ״Jarim Mosze“ (Moses erhebt) in Amsterdam im Jahre 1679 und in Prag in Böhmen im Jahre 1710 und gleichzeitig in Frankfurt am Main. Er starb als ein wegen seiner Gelehrsamkeit und Gewissenhaftigkeit allgemein geachteter Arzt in spätem Alter in Kalisz und ist dort auch beerdigt. Sein Sohn war ein ebenso bekannter Arzt in Kalisz, wo er seinerzeit eine weitverbreitete Praxis besass“. Indes an Hand der einzigen Zeugen der Wirksamkeit des Mose Kalisch, seiner beiden medizinischen Werke, muss festgestellt werden, dass Kalisch nicht seine Vaterstadt, sondern der Ort seines späteren Aufenthalts und Wohnsitz seines Schwiegervaters war, dass wir von seiner Ausbildung in Deutschland nichts wissen, ebensowenig, dass er sonst noch literarisch tätig gewesen sei oder in Kalisch gestorben und beerdigt worden sei. Auch von seinem Sohne wissen wir nichts. Leon Elias Hirschei, der gleichfalls bereits genannte, hat während seines Aufenthalts in Lissa mit den beiden dortigen christlichen Aerzten, dem Stadtphysikus Neifeld und dem praktischen Arzte Herrmann, Freundschaft geschlossen, die ihm dort sehr nützlich *) Bersohn, Slownik biograficzny a. a. O. S. 61 f. Vgl. oben bei Mose Fischei.

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