Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 479)
- Language
- German
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387 berg. Die Erfahrungen, die der Herzog mit ihm machte, müssen wohl so ermutigende gewesen sein, dass er 1541 auch einem zweiten jüdischem Arzte denselben Vorzug gewährte. Isaak May wird von 1557 bis 1576 als Arzt in Lublin genannt, wo ihm im erstgenannten Jahre der Krakauer Woyewode Graf Stanislaus zu Thenczin einen Platz schenkte. 1566 bestätigte König Sigismund August die Schenkung und 1567 die Errichtung einer Talmudschule auf dem Grunde des Arztes1). 1670 behandelten die Erbherrn von Lissa, die Grafen Boguslaus und Eafael Leszczynski, den Dr. med. Isaak Perez daselbst als »gebildeten, gelehrten Mann“, übertrugen ihm am 3. Juli dieses Jahres den Besitz eines Platzes hinter der Synagoge und schenkten ihm am 15. Juli desselben Jahres eine Baustelle auf der Herrengasse. Dr. Abraham Emanuel Wolf in Lissa war 1772 fürstlich Sulkowskischer Leibmedicus. Bevor er hierher (vermutlich aus Prag) kam, vollzog er in Glogau seinen Uebertritt zum Christentum. Er brachte es bis zum Generalstabsarzt des polnischen Heeres und trat auch schriftstellerisch hervor 2). In T h 0 r n stellte der Bat einen jüdischen Stadtmedikus an. Dagegen erhob 1567 der dortige Prediger Morgenstern eifervollen Widerspruch und meinte, dass ein solcher Gotteslästerer als Medikus nicht zu dulden sei. Der Bat erwiderte, er habe einen Arzt und keinen Theologen angenommen3). Der bereits erwähnte Kalischer Arzt Mose wurde von polnisch-nationaler Seite zu den berühmten Aerzten gezählt4). *) Jolowicz a. a. O. S. 6 ff., Russisch-hebräisches Archiv a. a. O. S. 239, 245, oben Anm. 14. s) Lewin, Gesch. der Juden in Lissa S. 154, 156, Pos. Staatsarchiv Dep. Lissa C IV 2 S. 77 [nach einer Mitteilung d. H. Pastor Bickerich-Lissa]t Gasiorowski II 377 f., wo W. bereits 1756 als Generalstabsarzt bezeichnet wird. Die Angaben über seinen Uebertritt machten mir H. Pastor Bickerich*״ Lissa sowie H. Archivdirektor Prof. Dr. Prümers-Posen nach Materialien den Sulkowskischen Archivs in Reisen. Nachfragen über diese Materialien dort und im polnischen Museum zu Posen, wo sie jetzt sind, blieben ergehnislos. *) Jolowicz a. a. O. S. 12 Anm. 2, Zeitschr. für die Gesch. der Juden in Deutschland II 25. 4) Gasiorowski bei Sternberg a. a. O. S. 148 Anm. 7.