Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1912-01-01 · IX. 1911 - 5672 (1912) · page 478

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IX. 1911 - 5672 (1912)
Date
1912-01-01
Page
– (sequence 478)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3486266-3486283--3981-3490348
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

386 Bereits 1655 und 1659 wird von dem Einflüsse dieses Mannes bei Edelleuten und Geistlichen berichtet. Im erstgenannten Jahre erbot er sich freiwillig, sich bei den Machthabern für Bedrängte zu verwenden, im letztgenannten verpflichtete ihn die Posener Gemeinde geradezu, diesen Einfluss im Interesse ihrer Glieder geltend zu machen und die Dienste eines Schtadlan1) zu leisten. 1671 bemühte er sich in ihrem Auftrag um Absetzung des Unterwoyewoden, vermutlich weil dieser als Vorsitzender des konfessionell gemischten (jüdisch-christlichen) Gerichtshofes, der mit sedzia bezeichnet wurde — seiner Competenz unterlagen die Streitigkeiten zwischen Christen und Juden — ihr nicht genehm war. Die Vorgesetzte Behörde bildete der Woyewode2). Auch Limas bereits genannter Kollege und Schwager Isaak Bacharach in Posen hatte die Verpflichtung, ״Gang oder Beise im Interesse Bedrängter zu machen“ 3). Aus dem Herbste des Jahres 1695 besitzen wir eine Nachricht, derzufolge sämtliche drei Posener Aerzte auch im ״Kloster“ Praxis ausübten. Der bereits genannte Dr. Jakob Winkler hatte ״Machthaber und Fürsten“ zu Patienten4). Auch über den genannten Dr. Salomon Oxe in Kobylin. weiss Lukaszewicz 5) folgende interessante Mitteilung zu machen: ״Oxe war Hausarzt bei Konarski (dem Grundherrn von Kobylin) und war ein sehr bekannter und beschäftigter Arzt . . . Oxe wurde ״dominus“ genannt und ihm Aufmerksamkeiten geschenkt“. Dem zu Beginn dieser Abhandlung citierten Isaak May aus dem polnischen Preussen gestattete Herzog Albrecht von Preussen, trotzdem Juden der Aufenthalt im Herzogtum verboten war, am 23. Oktober 1538 die Niederlassung in Königs- 1J Ueber die Punktionen des Posener Schtadtlan s. Festschrift zum achtzigsten Geburtstage Dr. Wolf Feilchenfelds, Pieschen-Schrimm 1907, S. 31 ff. 2) Feilchenfeld-Festschrift a. a. O. S. 32, 34 f., das Jahr 1793 S. 594, Posener handschr. Kscherimbuch S. 135 a, 360 a, 101a, 105b; vgl. Wuttke, Stadtebuch S. 363. 3) Kscherimbuch S. 96 a, 98 a, Pos. Sef. has. III 91 [92] a, 209 [139] a, 116 b. 4) Sef. has. II S. 31 [36] b, 63 [69] b. ף A. a. O.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.