Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 471)
- Language
- German
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379 Umgangs seines Mitschülers Abraham Portaleone, des ,Sprossen eines adligen und weithin berühmten Hauses“, und möglicher* * weise auch des später ob seiner Kabbalakenntnis und Frömmigkeit gefeierten Krakauer Arztes Salomon Calivary. Portaleone und seinen Vater nennt Juda de Lima, der Posener Arzt und Sohn Samuels, voll tiefer Verehrung seine Lehrer und meint, dass im jüdischen Volke seit Maimonides niemand in allen Weisheiten so vollendet gewesen sei wie sie und der oben genannte Salomo. Bei der Paduaner Fakultät studierte auch Dr. Jakob Winkler und promovierte an ihr 1669 als Doktor der Philosophie und Medizin, ebenso sein Sohn Wolf, der 1701 zum Doctor der Physik und Medizin graduirt wurde. Beide übten ihre Kunst gleichfalls in Posen aus1)• Der bereits genannte zwischen 1611 und 1654 in Posen praktizierende Isaak Bacharach hatte Bestallung und ,Siegel der Doktoren“ aufzuweisen8). Auch der Kalischer Arzt Moses, Sohn des Benjamin Wolf aus Miedzyrzec in Litbauen, auch Mose Kalisch genannt, der 1677 und 1679 mit zwei in deutscher Sprache geschriebenen medizinischen Büchern hervortrat, war in Italien ausgebildet. Er ge* hörte zu den bedeutendsten Schülern des Italieners Salomo Konian, ,der besonders als Lehrer der Heilkunde eine grössere Beachtung beansprucht“3). Moses’ Vater wird von ihm als Märtyrer bezeichnet. Der jüdisch-deutschen Sprache seiner Werke merkt man das Idiom grosspolnischer Ghetti an. Auf dem Titelblatte seiner Schrift ,Jarom Mosche“ (Amsterdam 1679) berichtet er, dass man in Born ,die Krone der Aerzte“ ihm aufs Haupt gesetzt habe. In Beimen erzählt er dort, dass die Aerzte, die der Schrift ihre Approbation liehen, ״die seinen dabei gewesen bei meinem Doktorieren, und wie man mich mit alle Fragstücken hat tun examinieren“, und in der ebenfalls gereimten Vorrede: ■) Lukaszewicz a. a. 0. S. 25, Monatsschr. 1895 S. 474 If., Zeitschr. der histor. Ges. VI 112 i, Kaufmann in Monatsschr. 1894 S. 128 ff ,Bram das■ 1882 S. 380. Eisenstadt-Wiener, 0’®דעת קחי S. 106 und Brann in Samuel David Luzzatto, ein Gedenkbnch, Berlin, 1900, S. 43 Anm. 1 verlegen auch den Wohnsitz des Vaters von Jakob, des Wieners Dr. Juda Winkler, nach Posen, ]udka ist ein polnisches Diminutiv von )uda- *) Pos. 3ef. has. 19 S 115b, 116b. s) Lewin, Beiträge zur Gesch. der Juden in Kalisch S. 31, Landau• Gesch. der jüdischen Aerzte, Berlin 1895, $. 76.