Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 470)
- Language
- German
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378 Di ־•ו » :־ י ■U* *! ׳<; יי., i f ׳־ ד :} i I i. $ I 1! £ 1 } i ■ sagt: ״Selten stirbt bier ein Medicus“J), bezüglich der jüdischen Aerzte Ingen die Verhältnisse hierin weit günstiger als bei denen christlicher Confession. IV. Ueber die ärztliche Vorbildung dieser Männer sind wir hie nnd da unterrichtet. Die Krakauer Universität war ihnen verschlossen. Darum lenkten die jüdischen Polen ihre Schritte nach Padua, wo wir sie bereits 1501 an der medizinischen Fakultät finden. Diese galt in den jüdischen Kreisen Polens als höchste Autorität. Von deutschen Universitäten standen ihnen diejenigen von Wien, Frankfurt an der Oder, Prag, Königsberg, Halle, Göttingen, Freiburg, Bützow in Mecklenburg, Duisburg und Giessen offen, diejenige zu Frankfurt bereits im siebzehnten, die anderen wohl erst im achtzehnten Jahrhundert. Frankfurt lag in der Nähe Grosspolens und stand durch die Messe im lebhaften Verkehr mit der dortigen Judenschaft. 1658 verordnete König Johann Kasimir, dass , nur diejenigen als Aerzte praktizieren sollten, die an einer katholischen Universität freigesprochen seien. Inwieweit dieses Dekret, das ausdrücklich auch auf Juden ausgedehnt wurde, in Kraft war, entzieht sich unserer Kenntnis2). Der 1576 in Kobylin praktizierende Salomon Oxe ״war in der Akademie in Padua graduiert“. Dort promovierte auch am 19. August 1639 der Posen er Dr. Moses de Lima, der vermutlich mit dem 1641 in Posen genannten Dr. Moyses Judka identisch ist. Limas Grossvater väterlicherseits, der bereits genannte Posen er Samuel de Lima, studierte gleichfalls dort und sass in dem benachbarten Ferrara zu den Füssen ״des gefeierten Meisters, des ausgezeichneten Philosophen, Arztes und Naturforschers, einer der grössten Leuchten der medizinischen Wissenschaften“ Antonius Musa Brasavola, der am 7. Juli 1555 gestorben ist. In Ferrara erfreute sich Samuel des *) Zeitsctir. der hist. Ges. I 241, Zeitschr. f. Gesch. und Landeskunde der Prov. Posen 1 [1882] S. 27. *) Heppner-Herzberg S. 70, Publications of the Gratz College, Philadelphia!897, I 163, Caro, Gesch. der Juden in Lemberg, Krakau 1894, S• 71 nach Josefowicz, kronika m. Lwowa S. 228, Bersohn, Tobiasz Kohn S. 33; vgl. '•מעשת *ב, Jessnitz 1721, S. 84 b, שאילת יעבץ Lemberg 1884, Nr. 41, Horovite, jüd. Aerzte in Frankfurt a. M., Frankfurt a. M. 1886, S. 33, 39, Jolowicz a. a. O. S. 45, Rahmers jüd. Literaturblatt VI 187.