Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 461)
- Language
- German
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369 Religionsbekenntnisses unentgeltlich) verschafften ihm Praxis in den angesehensten Familien Posens, ganz besonders, da er von dem damaligen Posener Bischof Peter begünstigt wurde.. Im Jahre 1520 siedelte er nach Krakau über, und hier erfreute er sich nach kurzer Zeit ebenfalls einer grossen Anerkennung. Im Jahre 1523 beschenkte König Sigismund Fischei mit einem Vorrecht, welches ihn von der Zahlung aller Steuern und Lasten befreite, in Anerkennung seiner grossen Bildung und seiner Verdienste, die er sich auf dem Gebiete der Medizin erworben hat (Kronmetrik Buch 36 Seite 248)• Er starb, allgemein betrauert, in Krakau und ist ebenda begraben״. Von all’ dem weiss weder die angeführte Quelle etwas noch diejenigen Historiker1), die Mose Fischei ihre Aufmerksamkeit zugewandt haben. 1517 behandelte der Arzt Elia aus Lenczyce einen katholischen geistlichen Bruder aus Tremessen, namens Stanislaus Nikel2). 1519 war der Arzt Jakob in Sochaczew, das zu Grosspolen gerechnet wurde. Er gehörte zu den von Sigismund I. ernannten Steuererhebern der grosspolnischen Judenschaft3). 1538 war Isaak May im polnischen Preussen ansässig, dessen Judenschaft grossenteils, wenn nicht völlig, zur grosspolnischen gezählt werden muss4). 1516 werden in den städtischen Posener Akten ein Moyses Judeus doctor und 1544 Schachno doctor Hebreus de נ) F. H. Wetstein, 2לתולדות גחלי ישראל, Warschau 1904, S. 4, derselbe, שביי לוחוח, Krakau 1905, S. 2, derselbe, לתולדות ישראל והבמיו בפולין, Krakau!909, S. 1 ff., Friedberg, לוחות זכרזן, Frankfurt a. M. 1904, S. 8.!n einer Urkunde vom 22. Juni 1499 schützte der Gnesener Erzbischof Friedrich die Gnesener Juden gegen übermässige Ansprüche, des jüdischen Contributionseinziehers Fischet aus Krakau (Warschauer, die städt. Archive der Prov. Posen S. 64). Das war der Vater des oben genannten Arztes Mose Fischet und ein Sohn des aus Deutschland in Krakau vor 1477 eingewanderten Mose ben Efrajim oder Mose Fischei. Der Arzt starb — wahrscheinlich 1542 — den Märtyrertod (Wetstein, לתולדות ישראל וחכמיו בפולין a. a. O.). Vgl. noch weiter unten bei Mose Kalisch. *) Monumenta Poloniae historica V, Lemberg 1888, S. 837. 3) Berschadski a. a. O. S. 140; vgl. Jew. Enc. X 568״ 4) Jolowicz, Gesch. der Juden in Königsberg i. Pr., Posen 1867, S• 7. Ueber die Zugehörigkeit zur grosspolnischen Judenschaft siehe weiter unten bei ״Danzig“. Jahrbuch J. L. G. IX. 24